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Hanni Rittenschober – eine starke Frau: Vorbild und Mahnung
Am 10. März feierte Frau Rittenschober ihren 100. Geburtstag. Die Gallneukirchnerin, die in sehr armen
Verhältnissen aufgewachsen war, wurde gezwungen, beim Bau der Baracken für das Konzentrationslager
Gusen mitzuarbeiten. Sie ist auch eine der letzten Zeuginnen der „Mühlviertler Menschenhatz“.
Vor einem Jahr hätte sie im Brucknerhaus Linz die Uraufführung des Stückes von Franzobels „Hanni“ mit
Maxi Blaha und Musik von Gerald Resch erleben sollen. Leider musste diese wegen des Lockdowns Krise
abgesagt werden.
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Bereits in den 1990er-Jahren schrieb der Autor Franz Innerhofer sein Buch „Scheibtruhe. Ein Monolog“
über das Leben dieser starken Frau. Dieses szenische Gedicht wurde nicht nur auf vielen bedeutenden
Bühnen in Österreich und in Frankreich aufgeführt, sondern auch in Gallneukirchen und St. Georgen
durch das Gusentheater unter der Regie von Josef Mostbauer.
Im Rahmen der Befreiungsfeier 2008 beim Mahnmal spielten SchülerInnen des Poly Gallneukirchen daraus
jene Szenen, wie die Magd Hanni neben den KZ Gefangenen arbeiten musste. Karin Handlbauer spielte die
Hanni. Die damalige Präsidentin des Nationalrates, Frau Mag. Barbara Prammer (gestorben 2014) war tief beeindruckt.
In einem Gratulationsbrief wenden sich Vizebürgermeister Sepp Wall-Strasser und der Vorsitzende
des Mauthausenkomitees Rupert Huber an sie mit den Worten: „Leider ist es uns heuer nicht möglich,
dich persönlich aufzusuchen, Corona verbietet es uns. Umso intensiver sind wir mit unseren Gedanken
bei dir und wünschen dir, dass es Dir trotz der gegebenen Umstände nicht an Gemeinschaft fehlt. Von
unserer Seite möchten wir dir versichern, dass das Beispiel, dass du durch dein Leben gegeben hast,
uns immer wieder tief beeindruckt. Wer so wie Du in schwierigsten Situationen der Menschlichkeit den
Vorrang gibt, und sogar seine eigene Sicherheit aufs Spiel setzt, gibt gerade in unserer heutigen Zeit
als wichtiges Vorbild. Zu einer Zeit, wo mittlerweile auch in Österreich humanitäre Maßnahmen verweigert
und fundamentale Menschenrechte in Frage gestellt werden ist deine Lebenshaltung leuchtendes Beispiel und
Mahnung zugleich. Umso mehr hoffen wir, dass heuer die geplante Aufführung von „Hanni“ im Brucknerhaus zu
deinen Ehren aufgeführt werden kann. Deine klare Linie, aber auch dein Humor und deine selbstverständliche
Mitmenschlichkeit soll noch vielen bekannt werden und den Menschen Mut machen.“
Hinweis: Das Stück „Hanni“ ist heuer wieder am Spielplan des Brucknerhauses für 25. Juni vorgesehen,
wenn es coronabedingt möglich sein wird.
Brucknerhaus
Fotos: Mostbauer und Mauthausen Komitee Gallneukirchen
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