Erinnerung tut not: „Niemals Nummer. Immer Mensch“
ist das Leitthema des Internationalen und des Österreichischen Mauthausen Komitees für
die Befreiungsfeiern im Jahr 2019. Unter diesem Impuls hat das Mauthausen Komitee
Gallneukirchen eine Gedenkkundgebung am 6. Februar an den zwei örtlichen Mahnmalen,
die gegen die Verbrechen der Nationalsozialisten stehen, veranstaltet. Diese Mahnmale
sollen Lebensschatten sein, sollen erinnern und mahnen.
Am Mahnmal für den Frieden erinnerten wir an die Menschenhatz im Februar 1945, die als
„Mühlviertler Hasenjagd“ ein tragischer Begriff für unsere Region geworden ist. Das
Nazi-Regime hatte sowjetischen Soldaten in Kriegsgefangenschaft die Grundrechte ihres
Menschseins, sogar ihre Namen, aberkannt und im KZ Mauthausen in Folterhaft gehalten.
Verzweifelt sind 500 ausgebrochen. Die unmenschliche Verfolgung „schießt sie ab wie
die Hasen!“ durch die organisierten Nationalsozialisten überlebten nur 12 Menschen.
Ensemblemitglieder des Gusentheater Gallneukirchen und Behindertenbetreuer in Ausbildung
beim Ev. Diakoniewerk präsentierten die Verse von Paul Celan „Todesfuge“. Diese Präsentation
ließ miterleben, wie verzweifelt Menschen sich fühlen müssen, die gnadenlos ausgegrenzt
und verfolgt werden und in welch verlogener Kälte die Nazi-Verfolger handelten.
Beim Gedenkstein an die „Euthanasiemorde“ des Ev. Diakoniewerks beim Haus Bethanien
leuchteten 75 Kerzen für jene Menschen die wegen ihrer Behinderung oder ihrer Krankheiten
und Schwächen als „lebensunwert“ in der Tötungsanstalt Hartheim ermordet worden sind.
Nach den Versen von Erich Fried „Inschrift“ wurden vorgetragen: 64 Namen jener Menschen
die aus der Obhut des Diakoniewerks ermordet worden sind; 9 Namen von Menschen aus der
Region, die von den Nazi-Herrschern als „krank und unnütz“ abgeurteilt waren und dann
in Hartheim ermordet worden sind; die Namen von zwei Männern aus der Region, die als
Häftlinge im KZ Mauthausen in Schwäche geschunden und in Hartheim ermordet worden sind.
Mit einer Gesprächsrunde zur Fragen „wofür ist diese Erinnerung gut?“ wurde diese
Gedenkkundgebung abgeschlossen.
In der Nazi-Diktatur waren Menschenrechte selbstverständlich geltendes Recht, denen
jede deutsche Regierung verpflichtet war: Menschenwürde, Geltung der Rechte für alle
Menschen aus allen Ländern, Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit, Verbot der Folter.
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