Entstehung Landessonderausstellung

18.07.2015 | Entstehung Landessonderausstellung
     
Die Initiatoren der Landessonderausstellung:
Alois Stöger und Rupert Huber
 
Die Landessonderausstellung –
ein Blick hinter die Kulissen

In ganz OÖ kommt keiner daran vorbei – an jeder relevanten Straßenkreuzung zeigt ein Wegweiser Richtung
Gallneukirchen, zur Landessonderausstellung. Unsere Stadt präsentiert sich als Sozialstadt, in vielerlei Hinsicht.
In keinem der bisherigen Events‘ dazu wurde erwähnt, wie es dazu kam. Erstaunlich, denn so ein großes
Projekt fällt bekanntlich nicht vom Himmel, sondern braucht jahrelange konsequente Vorarbeit. Ein Blick
zurück lohnt sich.

 

Wie es dazu kam

Bereits 2002, also vor 13 Jahren, überlegte Alois Stöger, heute Bundesminister für Verkehr, Innovation und
Technologie, damals Obmann des Kulturausschusses der Gemeinde, was denn das Besondere an Gallneukirchen wäre
und was uns als Stadt besonders auszeichne: Es ist die lange Tradition im Umgang mit behinderten Menschen.
Das Evangelische Diakoniewerk mit seiner langen Geschichte ist eng mit der Entwicklung der Behindertenhilfe
und der gesamten Sozialpolitik in OÖ verbunden. Das gesamte Netzwerk der Gesundheits- und Sozialhilfe könnte
doch ein Thema einer Landesausstellung sein, mit Zentrum in Gallneukirchen. Mit dieser Grundidee marschierte
Alois Stöger zu den Verantwortlichen des Diakoniewerks, und eine lange und zähe Zeit der Umsetzung begann.
Unter der Federführung von Rupert Huber, dem umfassenden Denker im Kulturausschuss, und gemeinsam mit Johann
Stroblmayr, heute Geschäftsführer im Diakoniewerk, wurde ein umfassendes Konzept geschrieben.

 

Mit den Schwächen stark werden – die Kultur des Helfens

Der Ausschuss für Kultur, Jugend, Familie und Senioren unter Stöger’s Vorsitz ersuchte den damaligen
Bürgermeister Walter Böck, dem Land OÖ die Bewerbung um die Landesausstellung ab 2012 mit diesem Titel
vorzulegen. Der Titel machte deutlich worum es dabei gehen sollte: Jeder und jede von uns ist stark und
schwach. Wir sind als Menschen aufeinander angewiesen, und unser Sozialsystem braucht heute mehr denn je
die persönliche und öffentliche Auseinandersetzung zur Absicherung jedes Menschen, wenn er einer Hilfe
bedarf. Das erfordert ein Nachdenken über unser Menschenbild und über die Bedeutung der Sozialpolitik in
einer Demokratie. Jeder soll die Gewissheit haben, dass gute Hilfe für ihn leistbar ist, wenn er sie braucht.

 

Gallneukirchen als Zentrum

Der erste Entwurf zur Landesausstellung sah vor, das gesamte Netzwerk der Einrichtungen zur Gesundheits-
und Sozialhilfe in OÖ zu präsentieren. Gallneukirchen mit seiner langjährigen Praxis in der Behindertenarbeit
sollte jedoch das Zentrum sein, mit zwei Hauptdarstellungsplätzen: dem Haus Bethanien und dem Marktplatz.

 

Diakonissen-Mutterhaus Bethanien

Das über 100-jährige denkmalgeschützte Haus mitten in Gallneukirchen war von Anfang an als zentrales
Ausstellungsgebäude vorgesehen. Es sollte als Ort der Information und Beratung, der Bildung und Reflexion
gestaltet werden. Mit seiner unmittelbaren Nähe zum Katholischen und Evangelischen Pfarrhof, der Kirche und
der Ludwig-Schwarz-Schule wurde damals gleich eine Nachnutzung als Einkehr- und Seminarhaus vorgeschlagen,
als Zentrum der Spiritualität, Ruhe und Entspannung‘.

 

Aktionsraum Marktplatz Neu

Der Marktplatz in Gallneukirchen bedurfte einer dringenden Sanierung und Belebung. Die Initiativgruppe
bestehend aus Mag. Rupert Huber, Mag. Johann Stroblmayr und Alois Stöger diplomé wollte einen öffentlichen
Raum, einen Platz der Kommunikation, der Versammlungen und der öffentlichen Präsentation schaffen. Dazu
bedurfte es einer umfassenden Neugestaltung und neuen Architektur. Eine Landesausstellung könnte die
notwendigen finanziellen Mittel dafür rechtfertigen und damit langfristig der Stadt ein neues Gesicht
geben – so die Überlegungen.

 

Weitere Einrichtungen und Impulse

Das Einreichungskonzept sah neben diesen beiden Hauptorten noch weitere Veranstaltungen und Möglichkeiten vor:
das Heimathaus, die Gusenhalle, die Tennishalle, das Rathaus als Dienstleistungszentrum, der Katholische
Pfarrhof, sollten neu gestaltet und genutzt werden. Ein umfassendes Rahmenprogramm sollte durch darstellende
und bildende Künstler, sowie durch alle Vereine und Gruppierungen gestaltet und damit die Stadt belebt werden.
Kulturhistorisch bemerkenswerte Gebäude sollten saniert und präsentiert werden, und in der gesamten Region
Gusental sollten touristische Tagesangebote der Gastronomie neue Impulse geben.

 

Der mühsame Weg zu Umsetzung

Nach der Einreichung durch Bürgermeister Böck im September 2005 begann ein zähes Ringen um die Umsetzung.
2006 wurde die Bewerbung zu einer Landesausstellung abgelehnt. Doch die Initiatoren gaben nicht auf. In vielen
Gesprächen konnten Bischof Aichern, die Direktoren der Caritas, der Volkshilfe, der Diakonie, der
Sozialversicherung, von der Notwendigkeit dieser Ausstellung überzeugt werden. Sie alle setzen sich bei
Landeshauptmann Pühringer für dieses Anliegen ein, und schließlich sagte dieser die Ausrichtung einer kleiner
dimensionierten Landessonderausstellung zu.

 

. . . und was daraus geworden ist

Bundesminister Stöger konnte bei der Eröffnung der Landessonderausstellung nicht anwesend sein, da der
Termin – ebenso wie mit Soziallandesrätin Gertraud Jahn – nicht koordiniert worden war. Aber er freut sich
gemeinsam mit Rupert Huber sehr, dass aus der ehrgeizigen Idee nach vielen Diskussionen mit hartnäckigem
Dranbleiben und dem Zutun noch vieler anderer das System der sozialen Sicherung in einer
Landessonderausstellung 2015 in Gallneukirchen präsentiert wird.