Sehr geehrte Gallneukirchnerinnen und Gallneukirchner,
seit mittlerweile 25 Jahren bin ich in der Gemeindepolitik – in unterschiedlichen Funktionen und Ausschüssen – tätig. In dieser Zeit wurden zahlreiche Wahlkämpfe mit verschiedensten Themen geführt. Ein Thema ist jedoch immer wieder präsent und wird von allen Seiten als dringend lösungsbedürftig eingefordert: die Verkehrssituation in Gallneukirchen.
Auch im aktuellen Wahlkampf fordern alle Parteien erneut Lösungen. Doch wenn wir ehrlich sind, stehen wir hier vor einer echten Mammutaufgabe. In vielen unserer Nachbargemeinden wird intensiv gebaut – oft ohne die Auswirkungen auf Gallneukirchen ausreichend mitzudenken. Ein Großteil der neuen Bewohnerinnen und Bewohner pendelt mit dem Auto nach Linz und fährt dabei zwangsläufig durch unseren Ort.
Mit der geplanten Stadtbahn ergibt sich jedoch die Chance, diese Situation in absehbarer Zeit für Mensch, Raum und Umwelt spürbar zu verbessern.
Im Gemeinderat am 19. März wurde über verschiedene Varianten der Endstation abgestimmt. Eine Endstation im Bereich „Damm / Sparkasse“ wird seitens des Landes jedenfalls geplant. Zusätzlich standen drei Varianten durch die Rennerstraße zur Diskussion.
Diese Varianten würden jedoch massive Eingriffe für die Anrainerinnen und Anrainer der Rennerstraße bedeuten. Konkret wären mehrere Hauseigentümer betroffen – unter anderem die Familie Klambauer, Spar Deisinger, ein Haus gegenüber dem Deisinger sowie ein Haus am Nelkenweg. In diesen Fällen wäre sogar eine Enteignung möglich. Bei einer Variante wäre zudem ein Teil des evangelischen Friedhofs betroffen.
Darüber hinaus müssten rund 15 Grundeigentümer entlang der Rennerstraße mit Grundablösen rechnen. Für diese Anwohner würde künftig ein Zug – ausdrücklich keine Straßenbahn – direkt an ihren Fenstern vorbeifahren.
Wir als SPÖ haben uns daher einstimmig dagegen ausgesprochen, diese Varianten weiterzuverfolgen oder auch nur prüfen zu lassen. ÖVP und Grüne haben sich hingegen für eine weitere Prüfung ausgesprochen und konnten sich damit im Gemeinderat durchsetzen.
Die Argumentation, dass „nur geprüft“ werde, greift aus unserer Sicht zu kurz. Denn was passiert, wenn das Land sich letztlich für eine Führung durch die Rennerstraße entscheidet? Eines muss klar sein: Man kann einer Variante nicht zuerst zustimmen und später dagegen sein.
Eine Trassenführung durch die Rennerstraße würde Gallneukirchen faktisch teilen. Zahlreiche Parkplätze gingen verloren, und die Sicherheit der Anwohner – insbesondere der Kinder – wäre aus unserer Sicht nicht ausreichend gewährleistet.
Uns ist bewusst, dass auch bei der Variante „Damm“ Grundeigentümer betroffen wären. Dennoch geht es uns nicht um politisches Kleingeld, sondern um den tatsächlichen Mehrwert für die gesamte Gemeinde.
Seit Jahren bemühen sich alle Parteien um eine nachhaltige Lösung der Verkehrsproblematik. Eine Endstation am Damm mit einem zusätzlichen Busterminal bietet hier aus unserer Sicht die größte Chance:
– kurze Wege ins Zentrum
– Stärkung der lokalen Wirtschaft
– Entwicklung eines modernen Verkehrsknotenpunkts
– Möglichkeit, sichere und zukunftsorientierte Radwege zu planen
Diese Variante hat das Potenzial, die Verkehrssituation in Gallneukirchen in den kommenden Jahren nachhaltig zu verbessern.
Ein Bahnhof im Bereich der Friedhöfe hingegen bietet aus unserer Sicht keinen vergleichbaren Mehrwert. Dieser Bereich sollte ein Ort der Ruhe bleiben – und nicht zu einer Verkehrsdrehscheibe werden.
Wir als SPÖ stehen daher für:
- klares Ja zur S-Bahn
- Trassenlösung zum Sparkassenplatz ist Lösung mit echtem Mehrwert für unsere Gemeinde
- rasche Weiterarbeit bei den Planungen
- keine massiven Eingriffe in die Rennerstraße und Teilung Gallneukirchens
Fraktionsobmann Leo Hackl-Lehner



