Am Samstag vor der Stichwahl erreichte uns die erschütternde Nachricht über das plötzliche und
unerwartete Ableben unserer Gemeinderätin, Genossin und Freun-din Astrid Hackl. Sie war auf Platz 8
auf unserer Kandidatinnenliste und hatte sich bereits über den Erfolg bei der Gemeinderatswahl sehr
gefreut. Den Gewinn des Bürgermeisters durfte sie nicht mehr erleben.
Astrid trat im Jahre 2006 der SPÖ bei. Ihr politisches „Erweckungserlebnis“ zuvor war, als sie im
Juli 2006 erfuhr, dass eine Nachbarfamilie, die Familie Pacolli, abge-schoben werden sollte. Weil diese
Familie sehr gut integriert war, konnte Astrid das Vorgehen der Behörden nicht verstehen. Sie engagierte
sich in intensiver Art und Weise für diese und später andere Familien und setzte sich für deren
Bleiberecht mit einer Niederlassungsbewilligung ein. Durch ihre von Menschlichkeit geprägten Hartnäckigkeit
war sie auch in vielen Fällen erfolgreich. Diese Berufung wurde in der Folge auch zu ihrem Beruf. Unser
damaliger Gemeinderat Rupert Huber hat Ast-rid schlicht gefragt, ob sie nicht beitreten wolle. Astrid hat
spontan und freudig „Ja!“ gesagt, sie hat sich für diese Einladung sogar bedankt. Aus ihrem persönlichen
Einsatz für Menschen in Not heraus hat sie sich auch für unsere politische Über-zeugung entschieden.
Es war auch ihr ungemein starker Wunsch nach Gerechtigkeit, Menschlichkeit, Gleichberechtigung und Menschenwürde,
der ihr Antrieb für ihr berufliches und politisches Engagement war. Sie war allergisch gegen Gemeinheit,
Diskriminierung und Vorurteile. Die Abwertung von sozial schwächeren Menschen, oder Schutz- und Hilfsbedürftiger
akzeptierte sie niemals und in keiner Weise, der Kampf dage-gen war ihr ständige Mission und Motivation.
Sie war seit 2009 Ersatzgemeinderatsmitglied und seit 2015 Gemeinderatsmitglied, ihr Schwerpunkt lag im Ausschuss
für Kultur und Integration. In der SPÖ war sie Frauenvorsitzende-Stellvertreterin und Schriftführerin-Stellvertreterin.
Bei all unse-ren traditionellen Veranstaltungen wie Osternestlsuchen, Weinfest und Spielplatz-fest war sie mit
dabei und packte mit großem Eifer mit an.
Astrid war eine herzliche, offene und ungemein humorvolle Frau. Sie lachte oft, viel und gerne und hatte auch
die Gabe, ihre Umwelt neckend „auf die Schaufel zu nehmen“, aber immer auf eine respekt- und liebevolle Art und Weise.
2010 erhielt Astrid den renommierten Elfriede Grünberg-Preis, der jährlich von der ANTIFA verliehen wird. In der
damaligen Laudatio des Vorsitzenden Robert Eiter fiel auch der Satz:
„Ohne Menschen wie Astrid Hackl wäre unsere Gesellschaft ärmer!“
Nicht nur unsere Gesellschaft ist nun ohne sie ärmer.
Wir alle sind es.
Wir werden Astrid nie vergessen und ihr ein ehrendes Andenken wahren.
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