Befreiungsfeier beim Mahnmal 2016

08.05.2016 | Befreiungsfeier beim Mahnmal 2016
     
Begrüßungsworte von
Mag. Rupert Huber,
Mauthausenkomitee Gallneukirchen
 
Befreiungsfeier beim Mahnmal für den Frieden
am 8.Mai 2016

Sehr geehrte Damen und Herren! Liebe Freundinnen und Freunde!

Der 8. Mai ist ein wichtiger Gedenktag. Am 8. Mai 1945 trat die „Bedingungslose Kapitulation“ der
Deutschen Wehrmacht in Kraft. Damit war der verbrecherische Angriffs- und Vernichtungskrieg
in Europa beendet. Das verbrecherische Regime der Nationalsozialisten war endgültig besiegt!
In Österreich hatte wieder die Bundesverfassung mit den Grund- und Freiheitsrechten von 1929 Geltung.

Der 8. Mai ist ein Tag der Freude, ist aber auch der Tag des Gedenkens an Millionen von Menschen,
die in diesem Regime verfolgt und ermordet wurden.

Unser Mahnmal für den Frieden wurde am 7. Mai 2006 der Öffentlichkeit übergeben. Für die Botschaft
dieses Mahnmales gestalten wir, das Mauthausenkomitee Gallneukirchen, regelmäßig ein Innehalten,
Reflexionen, die uns einerseits an unsere Geschichte erinnern sollen, und andererseits Fragen des
Friedens HEUTE ansprechen.

In dankbarer Erinnerung an das Werden dieses Mahnmales begrüße ich alle, die dafür vielseitig und
ausdauernd gewirkt haben – für diese Vielen begrüße ich unseren Altbürgermeister Herrn Mag. Walter
Böck und Herrn Konsulenten Kurt Cerwenka. Gerne überbringe ich auch Grüße von Herrn Pastor Heinz Lischke.

     
Viele Gallneukirchnerinnen und Gallneukirchner beteiligen sich an der Gestaltung dieser Feier.
Stellvertretend für alle Mitwirkenden begrüße ich das Stadtkapellchen unter Leitung von
Kapellmeister Hannes Auzinger.
Wir freuen uns, es ist uns eine Anerkennung unseres Engagement, dass Herr KonsR. Norbert
Wolkerstorfer und Herr Pfarrer Mag. Günter Wagner an dieser Feier teilnehmen! Danke und herzlich willkommen!
Wir freuen uns, dass das öffentliche Gallneukirchen an dieser Feier teilnimmt. Ich begrüße Frau
Bürgermeisterin Gisela Gabauer und Herrn Vizebürgermeister Mag. Sepp Wall-Strasser. Wir begrüßen
herzlich den Vizebürgermeister von Engerwitzdorf, Herrn Mario Luger, diplômé.

Heuer stellen wir die Befreiungsfeier am Mahnmal für den Frieden unter das Leitthema „Solidarität
mit Menschen auf der Flucht“. Warum?1

Dazu übernehme ich einige Sätze, die Klaus Schwarzgruber vom Mauthausen Komitee Gallneukirchen
in einer Radiosendung kürzlich vorgetragen hat. Er sagt: „Es wird vieles vom Zeitgeschehen
als Krise dargestellt. Es wird von der „Flüchtlingskrise“ gesprochen. Wir müssen die heutige
Flüchtlingsfrage im Zusammenhang mit Flüchtlingsfragen der neueren Geschichte Österreichs betrachten!

Damals, als das NS-Regime gerade stark geworden ist, hat die NS-Partei den Menschen eingetrichtert
„Wir leben in einer Zeit dauernder Krisen! Wir führen euch heraus in eine gute krisenfreie Zeit ohne
Juden, ohne Zigeuner, ohne Ausländer und ohne unnütze Fresser“. Der Nationalsozialismus, einmal an der
Macht, höhlte dann das demokratische System aus. Das brutale System führte in die Krise der vergessenen
Menschlichkeit. Menschen nützten damals ihre Macht aus, um sie gegen andere Menschen einzusetzen.

Und heute? Wenn wir Angst vor Armut oder sozialem Abstieg haben, Angst den Job zu verlieren, wenn wir
Bedenken haben, was humanitäre Hilfe vielleicht für Auswirkungen haben könnte, dann können wir heute
wieder in Situationen verführt werden, dass Parolen und Hetzen diese Angst verstärken. Soweit Klaus Schwarzgruber.

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde: Wir sind aufgefordert, kein System an
die Macht zu heben, das sich gegen Menschlichkeit und Humanität ausspricht. Wir alle sind gefordert,
aktiv für ein Leben in Frieden und Freiheit einzutreten.

Der Leitsatz „NIEMALS WIEDER“ des Internationalen Mauthausenkomitee ist das Vermächtnis der
ehemaligen Lagergemeinschaften und der politisch und rassistisch Verfolgten. Der Appell
„Solidarität mit Menschen auf der Flucht“ ist eine logische Notwendigkeit aus den Erfahrungen unserer Geschichte.

Wir hören nun vom Stadtkapellchen unter Leitung von Kapellmeister Hannes Autinger die Komposition
„Siyahamba“. Für mich ist dieses Stück Ausdruck für „NICHT das Boot ist voll!“ sondern:
„Wir sitzen alle im selben Boot!“

     
Reden bei der Befreiungsfeier:

* Wort-Collage: Flüchtlingsland Österreich
* Richard Wall: Festrede
* Klaus Schwarzgruber: Internationale Solidarität mit Menschen auf der Flucht
* Sepp Wall-Strasser: Abschluss und Dankesworte

     

1 Nachfolgende Gedanken hat Klaus Schwarzgruber im Radio Freies Radio Freistadt in einer
Sendung zu unserer Veranstaltung ausgesprochen.
www.frf.at


     
Klaus Schwarzgruber, Rupert Huber
Wort-Collage vorgetragen von Kilian Weidinger und Heidi Böck
     
Festrede von Richard Wall
Kurt Winter, Sepp Wall-Strasser, Mario Moser-Luger
     
Sepp Wall-Strasser, Klaus Schwarzgruber, Kurt Winter,
Martin Seidl, Richard Wall,
Rupert Huber, Walter Böck
Toni Antl, Martin Seidl