Wir wollen ein Hallenbad

10.06.2015 | Wir wollen ein Hallenbad
     
Die SPÖ Gallneukirchen fordert die Sanierung des Hallenbades
 
Hallenbad-Chronik einer absehbaren Schließung

Hinter Brettern eingehaust steht das im Juli 2013 endgültig geschlossene Hallenbad inmitten des
Orts und harrt seiner weiteren Bestimmung. Ob je wieder ein Hallenbad in Gallneukirchen errichtet
wird steht in den Sternen. Aber auch die Schließung ist kein Ruhmesblatt für die verantwortlichen
Kräfte in der Landes- und Kommunalpolitik.

Am 02.10.1973 fand die Spatenstichfeier für das Hallenbad Gallneukirchen statt. Die Inbetriebnahme
erfolgte im Jahr 1976.
1989 wurde erstmals eine umfangreiche Sanierung des 13 Jahre alten Beckenbodens (Erneuerung) inkl.
Bodeneinströmkanäle vorgenommen. 1997 wurde erstmals ein umfangreiches Sanierungskonzept vorgelegt,
das in 3 Etappen geplant gewesen wäre. Gesamtkosten 473.361 exkl. MwSt. Im Sommer 1998 wurde die
komplette Filteranlage erneuert und beim Zugang zum Hallenbad ein neuer größerer Schacht gebaut,
Gesamtkosten: 257.570 . Insgesamt war eine Sanierung auf 3 Etappen geplant gewesen, der Austausch
der Filteranlage war die 1. Etappe. Die 2. und 3. Etappe wurden jedoch nie realisiert.
Im Mai 2004 fand ein Bürgerparlament zum Thema Sport in der Stadt Gallneukirchen statt, wobei
natürlich das Thema Hallenbad angesprochen wurde. Alle vier am Podium vertretenen Parteien sprachen sich für den Erhalt vom Hallenbad aus, anwesend waren ca. 200 Personen.
In einem Bericht aus dem Jahr 2006 empfahl der Rechnungshof „wegen des hohen Betriebsfehlbetrages
sollte Gallneukirchen im Sinne des interkommunalen Wirtschaftens eine Abgangsbeteiligung der stark
profitierenden Nachbargemeinden erwirken.“
Doch dazu kam es nie!
Im Dezember 2006 wurde über Anregung des Wirtschaftsausschusses im Gemeinderat eine Arbeitsgruppe
aus Mitgliedern des Bauauschusses und des Wirtschaftsausschusses gebildet.
Diese Arbeitsgruppe hat NIE getagt.
Laufend wurden Reparaturen und Instandhaltungsarbeiten vorgenommen, teilweise dankenswerterweise
durch Gemeindebedienstete im Rahmen ihrer handwerklichen Qualifikationen höchstpersönlich. Ohne
diesen Einsatz wäre eine Schließung vermutlich schneller gekommen.

   
Sie warten auf das Wasser im Hallenbad
 
   
     

Zahlreiche Anläufe zur Sanierung

Im September 2009 wurde ein Schreiben der Gemeinde Gallneukirchen an die Abteilung Bildung Jugend
und Sport sowie an die Abteilung Inneres und Kommunales geschickt. Neben der Bedeutung des
Hallenbades und der Beschreibung der notwendig anstehenden Reparaturen wurden noch folgende
Fragen gestellt:

* Wie wird bei der Sanierungsplanung vorgegangen?
* Ist die Erhaltung des Bezirkshallenbades für das Land OÖ aus der Sicht des Fremdenverkehrs,
der Freizeitwirtschaft und des Sports und auch kommunale Belange noch wichtig?
* Welche Mittel können für eine Sanierung zur Verfügung gestellt werden?
* Wann sind realistische Mittel des Landes zu erwarten?

Die Antwort von der Abteilung Bildung folgte über ein Jahr später am 15.10.2010:
„Zu Ihrem Schreiben vom 28.09.2010 betreffend die Sanierung des Hallenbades Gallneukirchen teilen
wir vorerst mit, dass in unserer Prioritätenliste die Stadtgemeinde Gallneukirchen mit der
Sanierung des Hallenbades relativ weit vorne gereiht ist. Bei der nächsten Sitzung des
Bäderbeirates mit den zuständigen Referenten wird daher das Schreiben der Stadtgemeinde
Gallneukirchen behandelt. Wir möchten aber darauf hinweisen, dass zur Zeit noch kein
Termin für die nächste Sitzung des Bäderbeirates mit den zuständigen Referenten fixiert ist.“
Unterschrift : Landessportdirektor Hartl.

Da diese vage und unbestimmte Antwort aus Sicht der SPÖ äußerst notdürftig war startete sie einen
Anlauf mittels Plakaten politisch Druck zu machen mit einem Appell an die Bürgermeisterin,
vehementer gegenüber dem Land aufzutreten. Im Nachhinein hätte s vielleicht massivere Maßnahmen
gebraucht (Unterschriftenlisten, Protestversammlungen), um hier noch rechtzeitig etwas zu bewegen.

Im September 2011 erging ein Schreiben über Sitzung des Bäderbeirates des Landes am 11.Juli 2011
an die Gemeinde, das eine Kehrtwende des Landes darstellte:

„Dazu müssen wir mitteilen, dass von
den zuständigen politischen Referenten einstimmig der Beschluss gefasst wurde, das Vorhaben
Generalsanierung Hallenbad Gallneukirchen aus budgetären Gründen zurückzustellen.“
Unterschrift : Landessportdirektor Hartl.

     
Wir alle fordern ein Hallenbad für Gallneukirchen
     

Arbeitskreis zur Rettung

Im Oktober 2011 nahm ein Arbeitskreis der Gemeinde unter Leitung des damaligen Bauausschussobmannes
Franz Buchmayr die Arbeit auf, der sich möglichen Sanierungsmaßnahmen, Nutzungskonzepten und
Handlungsmöglichkeiten beschäftigte und Experten einbezogen.
Sektionsleiter Willi Rainisch verfasste ein eindringliches Schreiben, in welchem auf die Bedeutung
des Hallenbades und die sportlichen Erfolge der Schwimmer des SVG (Staatsmeistertitel,
Weltmeisterschaftsteilnahmen) hingewiesen wurde. Dr. Martin Spinka, kurärztlicher Leiter der
Kneipp Traditionshäuser Aspach-Mühlacken und Bad Kreuzen stellte ein visionäres Konzept eines
Bads zur Gesundheitsprävention als Ort der Begegnung vor.

Der Arbeitskreis formulierte schließlich folgende Botschaften an die Landespolitik:
* Schließung ist nicht gleich Kosteneinsparung
* Weiterführung ohne Kooperationen ist nicht realistisch
* OÖGKK + WKOÖ + Region Gusental als Partner ins Boot holen
* Nahversorgung für Schule, Gesundheit + Sport – bewusst kein Wellnesstempel
* Planungserlaubnis und Förderung einfordern
* Konsequenz der Schließung aufzeigen

Eine Fortführung mit den notwendigsten Sanierungsmaßnahmen wurde mit 1 Mio veranschlagt, Mittel,
die die Gemeinde alleine nicht aufbringen konnte.
Doch alle diese Bemühungen blieben ohne Erfolg.
Im Sommer 2012 und dann im Frühjahr 2013 wurden weitere Löcher im Becken festgestellt. Doch nicht
die angeblich in Summe ca. 160 Löcher führten zur endgültigen Schießung, sondern im Juli 2013 wurde
die Fensterfassade durch einen Gutachter als akut einsturzgefährdet eingestuft und das HB
sofort gesperrt.
Im GR vom 12.12.2013 wurde der Antrag auf Schließung des Hallenbads zurückgestellt. Die Zukunft
des Gebäudes ist nach wie vor ungewiss.

     

Was bringt die Zukunft?

Es ist müßig darüber zu diskutieren, wer die“ Schuld“ an der Schließung und wer was wann verabsäumt
hat. Ruhmesblatt für die Politik ist es jedoch keinesfalls. Bedauerlich ist insgesamt, dass eine
bestehende Anlage so lange verfallen ist bis sie unbrauchbar wurde. Der Blick heute muss in
Richtung Zukunft gehen.
Durch den Standort neben der Schule war das Hallenbad sicherlich auch eine über fast drei Jahrzehnte
wichtige Einrichtung, in der viele Gallneukirchner Kinder das Schwimmen erlernt haben. Auch für
die ältere Generation würde ein Hallenbad vor Ort die Möglichkeit einer der Gesundheit zuträglichen
Freizeitgestaltung bieten.
Die Erfolge der Schwimmer/-innen des SV Gallneukirchen lassen sich ebenfalls sehen. Und das Bad kam
nicht nur der Bevölkerung Gallis zu Gute, auch jener der Umlandgemeinden, auch wenn andere, neuere
Bäder in der Zwischenzeit eine höhere Attraktivität aufwiesen (man hört bis heute noch die Hinweise
auf die nahe gelegenen Bäder in Linz mit dem nicht ausgesprochen Satz: wozu auch noch ein Hallenbad
in Gallneukirchen. Selbiges ließe sich jedoch auch vom Freibad behaupten).

Vielleicht ist die Errichtung eines neuen Bads unrealisierbar. Aus Sicht der SPÖ braucht es – um
dies objektiv feststellen zu können -eine fundierte Machbarkeitsstudie, die unter Einbeziehung
von Experten/-innen dies objektiv und ohne Zurufe von außen feststellen kann.