50 Jahre ÖGJ Heim 2013

16.11.2013 | 50 Jahre ÖGJ Heim 2013
   
50 Jahre Jugendzentrum Gallneukirchen

Vor 50 Jahren – am 17. November 1963 – öffnete das Jugendzentrum der Gewerkschaftsjugend in
Gallneukirchen seine Pforten. Ein Anlass, um einmal so richtig zu feiern. Viele Gallneukirchnerinnen
und Gallneukirchner haben einen Teil ihrer Jugend im JUZ verbracht. Viele waren am Samstag, den 16.11.2013
eingeladen, bei der 50-Jahr-Feier in Erinnerungen zu schwelgen.

„Besonders gefreut habe ich mich, das viele des Stadt- und Gemeinderates mit uns gefeiert haben.“
erzählt Philipp Leonfellner, Jugendzentrumleiter in Gallneukirchen.

Einer der Mitbegründer des Jugendzentrums, Hubert Maucha, erzählte von der Entstehungsgeschichte des
Jugendzentrums. Es blickt auf eine bewegte Geschichte zurück, kurzfristig fanden Flüchtlinge im JUZ
ein Zuhause.

Einen Eindruck von der Arbeit des Jugendzentrums gewannen die ca. 100 Festgäste auch bei der
Ausstellung von Plakaten, Fotos und Flugblättern aus fünf Jahrzenten.

Mit Musik aus den Sechzigern, Siebzigern, Achtzigern und Neunzigern amüsierten sich die Gäste am
Nachmittag bei Kaffee, Kuchen und einem reichlich gedecktem Buffettisch.

 
 
 

Auszug aus dem ersten Folder 1963:

„Das neue ÖGB-Jugendheim soll der arbeitenden Jugend als ein zweites Zuhause dienen, wo sie in einer
unbeschwerten anregenden Atmosphäre sich entspannen, unterhalten und auch weiterbilden kann.“

Heute 2013 werden diese Ansichten noch immer vertreten. Geändert hat sich nur, dass nicht nur die
arbeitende Gesellschaft angesprochen wird, sondern jeder Jugendliche.

Leitworte Abgeordneter Anton Benya

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen!

Wieder einmal sind wir in der glücklichen Lage, ein neues Jugendheim zu eröffnen. Es ist ein Bau,
der unter sehr großen Opfern zustande gekommen ist. Obwohl der Gewerkschaftsbund wie keine andere
Institution in Osterreich Heime für die Jugend baut – besonders in Gegenden wie hier in Gallneukirchen,
die vor allem von Arbeitern bewohnt werden -, müssen wir uns doch darüber im Klaren sein, dass mancher
Privatmann viel leichter eine Luxusvilla errichtet und viel unbedenklicher sein Geld ausgibt. Für uns,
die wir mit Arbeitergeldern wirtschaften, sind stets sehr viele Momente zu prüfen, bevor wir einen neuen
Bau errichten. Wir sind unseren Mitgliedern für die Ausgaben verantwortlich und das bedingt, dass wir sehr
weit planen und sehr gut überlegen müssen. Dennoch können wir mit einigem Stolz sagen, dass auf diesem
Gebiet in den letzten Jahren weit mehr geschehen ist, als sich die Arbeiter der Ersten Republik jemals zu
erträumen gewagt hätten.

Gleichzeitig dürfen wir aber niemals vergessen, auch auf die Problematik solcher Heime hinzuweisen, wenn
sie falsch genutzt werden. Wenn sich die Menschen, die hier einen Teil ihrer Freizeit verbringen, nicht
bewusst sind, dass sie damit auch eine gewisse Verantwortung übernehmen. In einem Gewerkschaftsheim zu
arbeiten, heißt mehr, als einem Hobby nachzugehen, Gespräche zu führen, sich zu unterhalten. Es heißt,
sich viel stärker als bisher für den Gewerkschaftsgedanken einzusetzen. Jedes dieser Heime muss eine
Zelle aktiver Gewerkschaftsarbeit sein, Mittelpunkt einer echten Bewegung. Von hier müssen viele Impulse
ausgehen – in moralischer, gesellschaftlicher und politischer Beziehung -, die dazu beitragen, in unseren
gemeinsamen Bestrebungen weiterzukommen. Das muss gesagt werden, auch wenn die meisten unserer Mitglieder
es bereits erkannt haben. Gewerkschaftsheime werden ja nicht ganz zufällig gebaut: vielfach sind sie
Belohnung und Anerkennung für Jahre der harten und erfolgreichen Arbeit.

Der Gewerkschaftsbund gibt Jahr für Jahr Millionenbeträge für solche Heime aus. Er tut das, weil er
sehr genau weiß, wie wichtig es für die Jugend ist, einen Ort der Begegnung zu haben. Aber auch, weil
er weiß, wie wichtig die Jugendarbeit gerade in einer Zeit der innenpolitischen Krisen ist. Wenn man in
diesem Zustand der Unüberschaubarkeit, der Skepsis und der Ablehnung, die Aufklärung der Jugend der
angeblich unpolitischen Presse überließe, würde man unseren Jugendlichen damit einen sehr gefährlichen
Dienst erweisen. Ich hoffe, dass auch dieses Jugendheim seinen Zweck erfüllt. Dass es eine Stätte wird,
in der für die Idee der Gewerkschaft und für die Idee einer gerechten Welt gearbeitet wird.

Abgeordneter Anton Benya
Präsident des Österreichischen Gewerkschaftsbundes