60 Jahre Frieden

30.09.2005 | 60 Jahre Frieden

 
60 Jahre Frieden in Österreich!

Gallneukirchen im 20. Jahrhundert

(zusammengestellt von GR Mag. Rupert Huber)


Historische Bilder von Gallneukirchen

Nach
Zeiten der Not und des Unfriedens eine Zeit der Wohlfahrt und des Friedens.
Geschichte steht nicht nur in Lehrbüchern. Die Geschichte des 20.
Jahrhunderts hat in allen Familien und in der Gemeinde stattgefunden. Aus
Chroniken, aus Denkmälern und Informationen über Bauten will ich über
Gallneukirchen im 20. Jahrhundert berichten.


60 Jahre lang kein Krieg

und
wachsende Wohlfahrt ist in der Jahrhunderte langen Geschichte Österreichs
einzigartig! Österreich ist nun mit allen Nachbarstaaten Mitglied in der
Europäischen Union. Die Menschen in einer weiten europäischen Region können
den Weg einer demokratischen Entwicklung für Frieden und Wohlfahrt gemeinsam
gehen.


Die
Ecksteine der europäischen Friedensordnung sind Demokratie und Wohlfahrt und
umfassen


·
 

Recht auf ein Leben in Freiheit,

·
 

Schutz vor Unrecht und Folter,
·
 

Recht auf freie Meinungsäußerung,

·
 

Recht auf Arbeit und

·
 

eine freie und faire Wirtschaft.

Eine wache
Erinnerung, dass wir lange Zeit im 20. Jahrhundert Armut, dann Diktatur und
Krieg hatten, soll uns begleiten. Diese Geschichte kann nicht bewältigt oder
entsorgt werden. Wir tragen nicht die Verantwortung für die Geschichte
selbst, aber sehr wohl für den Umgang mit dieser tragischen Geschichte.


1914 bis 1930

Not, Armut
und Bürgerkrieg! 1914 sind aus Gallneukirchen 200 Männer mit
„Hoch!“ und „Hurra!“ im Musikzug in den Krieg verabschiedet worden
[1].
Der Krieg dauerte jedoch lange, und die Not war zu Kriegsende 1918 überaus
groß. 213 Namen sind über diesen Krieg im Kriegerdenkmal
eingeschrieben und viele Männer wurden Invalide. Von denen, die zuerst
eingerückt sind, ist fast jeder 3. gefallen.


Nach 1930

hatten die
Vorstellungen der Parteien über die Gestaltung Österreichs keinen
Grundkonsens mehr. Demokratie war nicht allen Parteien ein wertvoller und
tragender Grundsatz, auch nicht die staatliche Eigenständigkeit Österreichs.
Die Konflikte wurden nicht nur im Parlament ausgetragen, sondern in die
Gesellschaft getragen. Aus Misstrauen auf die Exekutive des Staates
organisierten die Parteien eigene bewaffnete paramilitärische
Organisationen. 1933 wurde die demokratische Grundordnung abgeschafft. Im
nun autoritären Ständestaat waren frei gewählte Gewerkschaften und Parteien
verboten, politische Gegner konnten vorbeugend in Haft gehalten werden,
Zensur war obligatorisch. Nach dem fatalen Bürgerkrieg 1934 war die
„Vaterländische Front“ unter den Heimwehrführern die alles bestimmende
Kraft.

Die
Weltwirtschaftskrise, aber auch die geringe Kreditwürdigkeit des Landes
erlaubten keine Politik des Aufbaus.


„In
Gallneukirchen
spiegelten sich die
Parteiengegensätze jener Jahre im Kleinen wider. /…/es gab eine Heimwehr,
illegale Nationalsozialisten und Schutzbundangehörige. Selbst das Verhältnis
zwischen dem „Christlich-Deutschen Turnverein“ und dem „Deutsch-völkischen
Turnverein trübte sich“
[2].

Eine Ortswehr unter
Führung der Heimwehr kontrollierte in Hausdurchsuchungen die
Schutzbündler. Erlaubt war nur mehr die Vaterländische Front und diese war
bestrebt, die demokratische Vielfalt zu „säubern“.

Die
Gemeindepolitik
konnte nur mehr eine passive
Verwaltung der Not sein. Arbeitslose mussten sich bis zu zweimal wöchentlich
im Gemeindeamt rechtfertigen, dass sie Arbeit gesucht haben. Wer länger bei
der Arbeitssuche keinen Erfolg hatte, erhielt die Berechtigung zum Betteln.
Beschämend für Menschen in Not!

Der
Marktplatz
wurde 1935 zum Dollfußplatz
umbenannt und die Kaiserbüste wurde wieder aufgestellt.

Adolf Hitler
forderte die „Heimholung ins Reich“, die terroristische NSDAP wurde wieder
erlaubt und dann an der Regierung beteiligt. Dennoch wurde Österreich mit
dem Anschluss am 12. März 1938 ausgelöscht.


Ein anonymer
Schulchronist hielt fest, dass an einer Kundgebung der NSDAP am 24. Februar
1938 in Linz 300 GallneukirchnerInnen teilnahmen. In diesen Tagen
fand auch in Gallneukirchen ein strammer Aufmarsch der Schutzarmee (SA)
statt, der von den Vaterländischen als Faschingszug verhöhnt wurde.
[3]
Am Tag des Anschlusses, am 12. März, jubelte in Linz eine angekarrte Masse
dem Führer zu, darunter auch hunderte GallneukirchnerInnen. Dieser
Chronist vermerkt aber nicht, dass in diesen Tagen mehrere
Gallneukirchner zur Zwangsarbeit
nach Salzgitter in Sachsen mussten,
weil sie Schutzbündler waren


[4]
.

 


60 Jahre Frieden in
Österreich!

Gallneukirchen von 1938 bis 1955

Österreich verschwand am 12. März 1938 mit dem
Anschluss an das Deutsche Reich für sieben Jahre von der politischen
Landkarte Europas. Der Anschluss war ein räuberischer Gewaltakt des
nationalsozialistischen Deutschland und ein Hochverrat der illegalen
österreichischen Nazis, die den Anschluss systematisch und mit Terror
vorbereiteten. Aber ein großer Teil der österreichischen Bevölkerung hatte
diesen Anschluss bejubelt. Im Heimatbuch Gallneukirchen ist festgehalten,
dass schon Wochen vor dem Anschluss 300 Gallneukirchner in Linz am 24.
Februar 1938 an einer Kundgebung für den Anschluss teilgenommen hatten, dass
bald darauf eine Gallneukirchner SA einen Aufmarsch im Markt machte und dass
am 12. März zum Empfang des Führers in Linz hunderte aus Gallneukirchen
kamen. Auch in Gallneukirchen wehten von allen Häusern die
Flaggen und das Bild des Führers stand in vielen Auslagen
.[5]


Überlegen wir, was war der Nationalsozialismus?

Die zentrale Doktrin
des Nationalsozialismus ist primitiv: Was ein Mensch wert ist, hängt von
seiner Rasse ab. Die hochwertigste Rasse, die Arier sind das deutsche Volk
und die Nordeuropäer, die minderwertigen Menschen sind die slawischen
Völker, die Zigeuner und die Juden. Diese Minderwertigen sind schuld, dass
es den Deutschen schlecht geht. Unter dem Führer Adolf Hitler ist das
vereinte großdeutsche Volk zur Herrschaft über Völker auserwählt. Die
Minderwertigen müssen dem deutschen Volk Raum geben. Deshalb muss der
Nationalsozialismus stark sein. Er kann keine Gegner im Volk und in Europa
tolerieren. Denn die Juden, vor allem die jüdischen Marxisten in der ganzen
Welt, hätten das Deutsche Volk in Armut und Not gebracht.

In Deutschland erreichte 1933 die NSDAP mit dem Führer
Adolf Hitler die Regierungsgewalt. Die NS-Herrschaft war staatlicher
Terror
: Sofort verfolgten die Nazis politische Gegner und entrechteten
die Menschen jüdischer Glaubens, Bürger des jüdischen Religionsbekenntnisses
und Bürger jüdischer Glaubens-Herkunft wurden zur minderwertigen Rasse
erklärt. Das NS-Regime rüstete gigantisch auf, baute eine Kriegsindustrie
und die dafür notwendige Infrastruktur auf. Viele Menschen erhielten so
Arbeit.


NS-Herrschaft ist soziale Demagogie und Gefälligkeitsdiktatur
[6].
Mit Raub von arisierten Vermögen und Schulden bis zum
Staatsbankrott
[7]
wurde gerüstet und somit die Armut vieler Arbeiter -aber nur bis zum
bitteren Kriegsende – beseitigt. In kurzer Zeit waren in Deutschland nicht
mehr Massen arbeitslos; bald gab es Arbeitskräftemangel. Mit mächtiger
Propaganda wurde den Arbeitern eingetrichtert, dass nicht gewählte
Gewerkschaften und Parteien und nicht Klassenkampf, sondern Rassenkampf
einen Wohlstand, den „sozialen Volksstaat“ bringt. Der Führer ist der
mächtige, gottgleiche Beschützer des Volkes.
[8]
Die Propaganda der Nazis war: dem Führer verdankt ihr Arbeit, Anspruch auf
Urlaub, gerechtere Steuern, Kinderbeihilfen, Renten und bald werdet ihr auf
modernen Straßen in Autos reisen können.

Der NS-Staat – Macht junger Männer

1933 war Hitler 44 Jahre alt, Göring 40, Goebbels 35,
Heydrich 28, Eichmann 26, Mengele 21, Himmler 32. Das faszinierte. Zeitgeist
war die Freude am Umsturz des Althergebrachten. Für Jüngere war
Nationalsozialismus nicht Diktatur, Redeverbot und Unterdrückung, sondern
Freiheit und Abenteuer im Kollektiv der NS-Volksgemeinschaft.


März 1938: Nationalsozialisten übernehmen die Macht
in Österreich
In Linz und in anderen Städten und größeren Gemeinden6
marschierten SA und SS am 11. März – einen Tag vor dem vom Führer
verkündeten Anschluss – zu umjubelten Kundgebungen und schritten dann zur
Tat. Sie „stürmten“ in Linz Landhaus, Rathaus, Polizeidirektion und
erklärten Landeshauptmann, Bürgermeister und den Sicherheitsdirektor für
abgesetzt; sie besetzten Rundfunk und Redaktionen. Der 31-jährige illegale
Nazi August Eigruber erklärte sich zum Landeshauptmann. So vorbereitet
erfolgte am 12. März der Einzug Adolf Hitlers in Linz. Zehntausende
bereiteten ihm einen begeisterten Empfang. Am 15. März ernannte Eigruber
seine NSDAP-Landesregierung, und „bestätigte“ seinen SS-Sturmbannführer als
Leiter der Sicherheitsdirektion. An diesem Tag hob er alle Gemeindetage auf
und ernannte in den damals 505 oö. Gemeinden NS-Bürgermeister. So
demonstrierte er Macht. SA-Gruppen demonstrierten auch so ihre Macht: Sie
verprügelten und verhafteten willkürlich in nicht wenigen Gemeinden Beamte
und Gendarmen, Repräsentanten des „alten Systems“ auch in
Gallneukirchen und in den Städten enteigneten, „arisierten“ sie
spontan jüdische Geschäfte.

Wie es zu
mehr als 99% „Ja“ kommt

Eine Volksabstimmung über den bereits vollzogenen
Anschluss Österreichs an das Großdeutsche Reich wurde für den 10. April
angeordnet. Das Deutsche Reich stellte 12 Millionen Reichsmark für
Propaganda zur Verfügung. Angekündigt wurde mit modernster Propaganda die
Beseitigung der Arbeitslosigkeit durch Ausbau der Rüstungsindustrie.
Betriebsgründungen und Spatenstichfeiern fanden in dieser Zeit statt. In
Österreich waren damals 25 % arbeitslos und die Hälfte von diesen musste als
„Ausgesteuerte“ ohne Hilfszahlungen leben. Sofort erhielten die
„Ausgesteuerten“ wieder Zahlungen. In alle Orte kamen Propagandazüge. Ein
Bericht aus Reichenau: „da hat man im Ort ein Tischchen hingestellt und
jeder, der Arbeit haben wollte, konnte sich hier melden. Da bildete sich
eine Schlange von etwa 100 Arbeiternam nächsten Tag bekamen die Leute Geld,
um nach Linz zu fahren und sie erzählten bei der Rückkehr am Abend, in Linz
seien Werkzeuge bereitgestanden und sie hätten sofort Arbeit gehabt“
[10]
 Die NSDAP hat den sozialdemokratische Arbeitern zugerufen: „die NS-
Bewegung hat den wahrhaft sozialistischen Charakter“. Demonstrativ erhielten
ehemalige Februarkämpfer Ehrengaben und Wiedereinstellung in kommunalen
Betrieben. Von vielen Kanzeln wurde ein „Ja“ empfohlen, auch von ehemals
sozialdemokratischen Politikern. Aber nicht nur mit ersten Reformen
[11]
arbeiteten die NS-Machthaber, auch mit staatlichem Terror.
NS-Parteiorganisationen fahndeten nach verdächtigen Gegnern. Eine
Verhaftungswelle folgte. Auch drei Gallneukirchner verhafteten sie und
ließen sie zur Zwangsarbeit nach Deutschland verpflichten. Insgesamt wurden
in kurzer Zeit ca. 50.000 Österreicher verhaftet, ca. 11.000 von ihnen
wurden in das  KZ Dachau eingeliefert
[12]
im Nazijargon:“mit denen sind wir abgefahren“. Noch im März, vor der
Volksabstimmung quartierte sich die Wehrmacht in Gallneukirchen mit ca. 800
Mann in Gallneukirchen überwiegend in Privatquartieren ein. Die Chronik
berichtet von einem fröhlichen Leben im Markt und inniger Freundschaft mit
den Soldaten. Bei der Abstimmung war in Gallneukirchen eine 100 %-
Beteiligung und alle stimmten mit „Ja“.
Alle traten vor die
Wahlkommission und füllten dort demonstrativ öffentlich ihre Stimmzettel
aus. Diese Zeit hat den Menschen Optimismus
gegeben. Die Geburtenraten sind überall, auch in
Gallneukirchen, gestiegen: 1937 nur 32 Geburten, 1938:55 G.; 1939:67 G.;
1940:71 G; 1941: 69 G; 1942: 67 G; 1943:78 G; 1944:56 G; 1945: 42G.;

NS-Kultur
in Gallneukirchen

Alle örtlichen Organisationen für Sport und Kultur
wurden aufgehoben. Sport und Kultur durfte nur mehr innerhalb der NSDAP
organisiert werden, alles sollte auf NS-Volksgemeinschaft
ausgerichtet werden. Die örtliche NSDAP richtete viele öffentliche Feiern
aus: „Tag der Volksabstimmung“, “ 1. Mai“, „Muttertag“, „Erntedank“, der 9.
November als „Gedenktag für die Gefallenen der Bewegung“, später für die im
Krieg Gefallenen mit Ehrung der tapferen Mütter und Frauen, denn sie hatten
Sohn oder Gatten dem Führer geopfert. Kaum angenommen wurden öffentliche
Namensfeiern anstelle der Taufe und Jugendweihen anstelle der Firmung. Die
Feiern waren am Schulplatz und am Marktplatz. Der Musikzug der HJ spielte
und ein linientreuer Schuldirektor oder eine Parteigröße sprach flammende
Appelle über die große Zeit. Gab es zum Tag eine Führerrede im Radio, wurden
die Feiern so angesetzt, dass die Führerrede öffentlich gehört wurde.

Kirchliche Feste wurden argwöhnisch verfolgt. Pfarrer
Albert Silberhumer wurde viermal zur Gestapo zitiert und mit 1000 RM (ca.3/4
eines Jahresgehalts) bestraft, u. a. weil die traditionelle Maiandacht in
Hohenstein an einem Muttertag war (Muttertag war Parteifeiertag), weil bei
der Fronleichnam- Prozession eine kirchliche Vereinsfahne getragen wurde,
weil bei der NS-Beerdigung eines Gottgläubigen die Glocken nicht geläutet
wurden und wegen einer die Wehrkraft zersetzenden Äußerung bei einer
Predigt.
[13]

Denkmale an die Geschichte kamen weg. Nicht nur die
Kaiserbüste am Marktplatz, auch eine Marmor-Tafel in der Bürgerschule –
heute Volkschule I -wurde gewendet und neu beschriftet, weil sie die Namen
jener festhielt, die den Bau dieser Schule zuwege brachten.

Das NS-Grundkonzept für Erziehung war, den Menschen
„schrankenlos verfügbar
“ zu machen. Der Kindergarten wurde der Pfarre
genommen und dann von der NS-Wohlfahrt geführt. Für Erziehung zuständig sein
sollte zuvorderst die Partei, dann die Schulen. Die Partei ordnete die
Bildung an, die Schule hatte der Partei zuzuarbeiten. Ein Schulleiter musste
loyal zur Partei stehen. Ein Wort eines Schülers über damals: „1937 hat mir
der Lehrer eine Watsche gegeben, weil ich mit „Grüß Gott“ statt mit „Heil
Österreich“ grüßte, 1939 hat mir derselbe eine Watsche gegeben, weil ich ihn
nicht mit „Heil Hitler“ grüßte und meine Mutter musste zur strengen
Belehrung in die Schule kommen. 1946 hat mich derselbe am Kirchenplatz
angeheischt, dass ich ihm schon ein „Grüß Gott“ sagen könnte. Da hab ich ihn
grußlos stehengelassen.“

Die Mitgliedschaft in der Hitler-Jugend
war für
fast alle Kinder ab 10 Jahren Pflicht. Dort war nicht bloß
Sport, Theaterspiel und Belehrung, sondern auch harte militärische
Erziehung. Weil Gallneukirchen Musiklehrer und viele Musikschüler hatte,
konnte ein HJ-Musikzug, ein Orchester gebildet werden. Dieser Musikzug war
in den Kriegsjahren bald eine gefragte Kapelle. Ein Glück, diese Buben
erhielten viel weniger Drill zum Krieg. Aber 1944/45 mussten sie
Befestigungen zum „Endsieg“ bauen und bewaffnet im Volkssturm sein. Wie
abscheulich es in der HJ auch war, gibt dieses HJ-Lied wieder: „Deutschland
sieh uns, wir weihen dir den Tod als kleinste Tat. Denn mögen wir fallen –
wie ein Dom steht unser Staat“


NS-Terror in Gallneukirchen

Menschen mit Behinderung wurde das
Lebensrecht genommen, „Euthanasie“ wurde es genannt. Im Jänner 1941 fuhren
SS-Männer ohne Ankündigung mit 2 Autobussen mit verklebten Fenstern zu
Häusern der Diakonie und erzwangen eine sofortige Umsiedlung der Zöglinge in
ein Heim im Reich. Aber die Zöglinge wurden in Hartheim ermordet.
Hinterhältig war es, weil der Rektor und die Pflegeleiterin zur selben Zeit
nach Linz bestellt waren. An der Rückseite des Ludwig-Schwarz-Hauses, im
Park vor dem Haus Bethanien, ist ein Denkmal mit dieser Schrifttafel:


TUE DEINEN MUND AUF FÜR DIE STUMMEN UND FÜR DIE SACHE ALLER,
DIE VERLASSEN SIND. ALTES TESTAMENT SPRÜCHE 31/8.


DEN 64 MENSCHEN; KINDERN UND ERWACHSENEN, WEGGEHOLT UND
ERMORDET, OPFER DER GEWALTHERRSCHAFT DES DRITTEN REICHES AM 13. UND 31.
JÄNNER 1941.


WIR LASSEN UNS MAHNEN VON GOTT GEGEBENES LEBEN ZU ACHTEN, ZU
LIEBEN UND ZU FÖRDERN, GERADE WENN ES SCHWACH UND KRANK IST.


JÄNNER 1991

 

Einer Familie aus Alberndorf wurde bei dieser Aktion
ihr taubstummer Sohn, der bei der Diakonie den Lehrberuf Weber lernte,
ermordet. Nach der erlogenen Todesnachricht klagte die Mutter nach einem
Requiem in Riedegg im Gasthaus über diesen Mord. Sie wurde in GESTAPO-Haft
genommen, vor Gericht trat dann der Wirt als Zeuge der Anklage auf. Die Frau
wurde auf Bewährung, nie mehr schlecht vom Führer zu reden, bedingt
bestraft.
[14]

Auch „nervenkranke“ Erwachsene aus Gallneukirchen,
eingewiesen in das Wagner-Jauregg-Krankenhaus, wurden dort ermordet.

ZwangsarbeiterInnen waren in den Rüstungsbetrieben und
in vielen Bauernhöfen und Gewerbebetrieben. Sehr viele kamen aus
Polen. Polen wie Russen galten in der NS-Doktrin als Untermenschen.
Menschenfreundlich zu diesen Mitarbeitern zu sein, war verboten. Auch in
Gallneukirchen waren Zwangsarbeiter und die Bevölkerung wurde ständig
belehrt und beargwöhnt. Ein Pole wurde in Wartberg öffentlich gehängt, weil
er ein Liebesverhältnis mit einer Frau hatte. Zur schaurigen öffentlichen
Exekution mussten auch die Zwangsarbeiter aus Gallneukirchen kommen.
[15]

Ein freies Wort über den fatalen Krieg konnte
gefährlich werden, auch wenn es im „Alkoholdunst“ als Witz gefallen ist.
Zwei Gallneukirchner wurden vernadert und mit Kerker bestraft.
[16]

Der Terror
des Konzentrationslagers Mauthausen war 1945 in Gallneukirchen.

Russischen Kriegsgefangenen hat der NS-Staat die
elementare Soldatenrechte aberkannt, sie sollten im KZ den Hungertod zu
sterben. Deshalb sind ca. 500 am 2. Februar in Verzweiflung ausgebrochen.
Unter Leitung der SS sollte der Volkssturm sie wie Hasen abschießen. Eine
Gallneukirchnerin gab zu Protokoll: „Ich habe damals in der Dienergasse
gewohnt, ich habe gesehen, wie sie 30  – 40 KZler heraufgetrieben haben, bei
dieser Kälte in diesen KZ-Gwandeln. Barfuss waren einige, andere haben
Fetzen um die Füße gewickelt gehabt. Sie haben sie in den Hof des ehemaligen
Gasthauses J.Tanzer hineingetrieben. Dort haben sie ein Massaker an diesen
durchgeführt. Wie sie vorbeigetrieben wurden, war man so entsetzt, das man
momentan nicht erfasste, was los ist. /. /.“ Eine andere Gallneukirchnerin
gab zu Protokoll: „ich habe gesagt, in Gottes Namen, was haben denn die
getan, dass sie erschossen werden? Wenn ich nicht gehe, hat der SS-ler
gesagt, komme ich auch noch dazu. Einer dieser Gefangenen hat eine Russin
(Zwangsarbeiterin) aus seinem Heimatort gesehen. Er hat sie ersucht, sie
möge seinen Angehörigen Grüße ausrichten, denn sie werden jetzt erschossen.
Ja auf der Aignerhalde wurden sie von der SS erschossen.“ Auch in
Gallneukirchen mussten ältere Hitlerjungen bei der Menschenhatz mitmachen.
Einer von diesen sagte mir: „Man hatte mir Gewissen und Verstand genommen!“


Der NS-Terror in den letzten Kriegstagen

In den letzten Kriegstagen – die totale
Niederlage Hitlerdeutschlands war bereits Realität – ging die größte Gefahr
für die Bevölkerung von unmenschlichen und unsinnigen Befehlen der
Nazi-Diktatur und der Wehrmachtsführung aus. Unter den Kugeln der
Hinrichtungskommandos starben viel mehr Soldaten und Zivilisten als bei den
befohlenen Kriegsdienst gegen die vorrückende US-Armee.

In Treffling beim Truppenübungsplatz
erinnert ein Denkmal, dass dort am 28. April 5 Bürger aus Peilstein und am
1. Mai 1945 8 Bürger aus Freistadt und 5 aus Steyr hingerichtet wurden. Zur
Exekution wurden 16-Jährige der Linzer-Hitlerjugend missbraucht.
[17]
Welcher Widerstand hat diesen Männern und Frauen den Tod gebracht? Sie
wollten verhindern, dass auch in ihrem Ort bis zuletzt gekämpft wird, sie
haben Familien, deren Väter in Haft waren, unterstützt, sie haben Soldaten,
die nicht mehr an die Front gingen, versteckt. Zu dieser Zeit war bereits in
Wien wieder eine Österreichische Bundesregierung.

Gallneukirchen wurde in den Tagen vor
dem 4. Mai -Hitler hatte sich am 30. April umgebracht- zum Endkampf
gerüstet.
[18]
Am Punzenberg waren Granatwerfer in Stellung gegangen und von Treffling aus
sollte schwere Artillerie nach der Besetzung Gallneukirchens durch die
Amerikaner einen Feuerschlag von 600 Schuss auf den Ort abgeben. Der
Chronist Gottfried Fitzinger hat im Gallneukirchner Heimatbuch festgehalten
[19]:
„Wenn wir mit Recht jene Männer ehren, die im Jahr 1809 den Markt vor der
Zerstörung retteten, dann dürfen wir auch jene Soldaten nicht vergessen, die
unter Einsatz ihres Lebens den Befehl zur Zerstörung Gallneukirchens nicht
ausführten, sondern vielmehr alles taten, um den Einsatz der Geschütze
unmöglich zu machen, indem sie Flak-Soldaten und Helfer zur Flucht
veranlassten und gegen den Wahnsinnsbefehl Stellung nahmen. /…/ Die Namen
dieser Männer verdienen wohl einen Ehrenplatz in unserem Heimatbuch. Es
handelt sich um den Haupttruppführer Leopold Höbinger, Geschützstaffelführer
und Gustl Klaubauf, Messtruppführer. Unterstützt wurden sie von Herrn Josef
Binder, Lachstatt 10 (Gemeinde Steyregg), der vielen Flüchtenden Obdach
gewährte und sie unterstützte und so den sinnlos gewordenen Tod vieler
Menschen verhindern half.“


Kriegsende und Befreiung Gallneukirchen
[20]:

Oberleutnant Heider bezog mit einer
Kompanie in Gallneukirchen Stellung, um von hier einen Weitermarsch der 11.
US Panzerdiv. nach Linz zu stoppen. Sein großes Verdienst um Gallneukirchen:
er entwaffnete den Volkssturm in hartnäckigen Verhandlungen und verweigerte
den Befehl, die Barrieren und Geschütze zu besetzen. Den HJ-Burschen war
eingetrichtert worden: „wenn der Feind auch bis zur Donau siegt, in Galli
schaffen wir den Endsieg“. Die US Truppe rückte militärisch betrachtet
„gesichert“ vor. Beim Vormarsch von Bayern durch das Mühlviertel wurden sie
öfter in Kämpfe verwickelt und hinterhältig beschossen, zuletzt in
Altenberg. Gallneukirchen wurde um 13.30 Uhr mit Tieffliegern angegriffen,
zwei Zivilisten wurden getötet, zwei Wirtschaftsgebäude brannten ab.
Granatenbeschuss forderte ein Todesopfer und fünf Verletzte. Um 16 Uhr wurde
aus Panzern im Markt geschossen, ein Wehrmachts-Soldat fiel. Nach
Aufforderung über Lautsprecher übergab Oberleutnant Heider den Markt
kampflos und sich und seine Kompanie in Kriegsgefangenschaft. Als sie am 5.
Mai abtransportiert wurden, dankten ihnen viele Gallneukirchner.

Die Gemeinde
Gallneukirchen hat 81 Gefallene zu beklagen, 2/3 von ihnen fielen im
rassistischen Eroberungskrieg gegen die Sowjetvölker. Kriegsgefangen wurden
112 Männer, die letzten von ihnen sind erst 1949 heimgekehrt.

Betrachten wir die Zeit von 1934 bis
1945 müssen wir sagen: Nie mehr Faschismus, nie mehr Krieg!



Neustart in eine demokratische
Gesellschaft – 1945-1955

Eine persönliche Erinnerung: Im Jahr
1955 war ich 10-jähriger Volksschüler in Salzburg. „Warum wird denn dieser
Staatsvertrag so groß gefeiert wird?“ fragten wir den Herrn Lehrer. „Da war
Krieg und den haben wir verloren. Aber der Sieger ist nicht und nicht nach
Hause gegangen, er hat uns vieles genommen und hat immer mehr von uns
verlangt, aber nun ist er weg.“ Da stellten wir Kinder uns einen unfairen
Spielpartner vor. Meinem Vater berichtete ich darüber. Er schüttelte
verärgert den Kopf, und sagte, dass die Nazi-Zeit furchtbar war, aber „jetzt
glaubt uns endlich die ganze Welt, dass wir nie mehr Nazis sein werden“.


Entnazifizierung in Österreich:
[21]

Österreich wurde von den alliierten
Streitkräften USA, Großbritannien, Frankreich und Sowjetunion mit
Unterstützung österreichischer Widerstandsgruppen von der Nazi-Diktatur
befreit und besetzt. Die gesellschaftspolitisch so unterschiedlichen
Alliierten wollten nicht nur die militärische Niederlage des aggressiven
Nazi-Deutschland, sondern auch den Faschismus, den deutschen Militarismus
und Nationalsozialismus für die Zukunft verhindern. Schon im Krieg, im
Oktober 1943 einigten sich in Moskau die Alliierten darauf, dass Österreich
das erste Opfer des Nazi-Deutschlandes ist und befreit werde. Im befreiten
und besetzten Österreich, im September 1945 hatte der Alliierte Rat an das
österreichische Volk diese Botschaft: „Alle Wurzeln des Nazismus, des
gesamtdeutschen Einflusses, alle Manifestationen des deutschen Militarismus
müssen ausgerissen werden, um jede Grundlage für eine Wiederholung der
deutschen Aggression zu vernichten“
[22].
Schon im Mai 1945 nach dem Ende der Kämpfe verhafteten die Alliierten alle
leitenden NS-Funktionäre, auch Ortsgruppenleiter und NS-Bürgermeister. Die
US-Armee hielt 6.472 ehemalige NS-Funktionäre aus Oberösterreich und
Salzburg im Lager Glasenbach bei Salzburg gefangen, die sie erst im Mai 1947
den österreichischen Behörden übergab.

Aber schon im Mai 1945 beschloss die
provisorische Staatsregierung unter Karl Renner über Dekrete – und dann als
Verfassungsgesetz im Nationalrat ab Dezember 1945 – ein
Entnazifizierungsprogramm, das Kriegsverbrechergesetz und das
Verfassungsgesetz über das Verbot der NSDAP. Dieses Gesetz ist mit mehreren
Novellen auch heute gültig.

Kernaussagen des Verbotsgesetzes: Eine
weitere Betätigung für diese Partei ist ein Verbrechen. Alle, die Mitglied
der NSDAP oder einer NS-Organisation waren, haben sich in einer öffentlichen
Liste registrieren zu lassen. Das Gesetz sah Sühnefolgen für die
Mitgliedschaft vor, und besondere Sühnepflichten für NS-Funktionäre,
Illegale – die vor 1938 Mitglied wurden – und für wirtschaftliche Förderer
der NSDAP. Die Registrierten waren vom aktiven und passiven Wahlrecht
ausgeschlossen und hatten Berufsverbot im Öffentlichen Dienst, in leitenden
Positionen der Privatwirtschaft und in freien Berufen und mussten
Vermögensabgaben leisten. Mehr als 650.000 Österreicher mussten sich einer
österreichischen Kommission stellen, ob sie Kriegsverbrecher, Belastete oder
Minderbelastete seien. Ziel der Entnazifizierung war politische Säuberung
und Rehabilitierung.

Um die Entnazifizierung führte die
Staatsregierung intensive Verhandlungen mit dem Alliierten Rat, der
kollektive Strafbestimmungen verlangte. Kollektive Sühnen wären mit
demokratischen Grundsätzen unvereinbar. Deshalb fällten zahlreiche
Sühnekommission individuelle Urteile oder erstatteten Anzeigen beim
Volksgerichtshof. Nicht wenige Urteile der Sühnekommissionen und der
Volksgerichtshöfe sind umstritten.

1948 betrachtete die österreichische
Bundesregierung die Entnazifizierung als erfolgreich abgeschlossen, die
nationalsozialistische Gefahr sei eliminiert und wegen der Entnazifizierung
sollte der Wiederaufbau nicht behindert werden. Nach langwierigen
Verhandlungen mit den Alliierten konnte 1948 ein Amnestiegesetz für
Minderbelastete beschlossen werden.

Ca 600.000 Registrierte wurden als
Minderbelastete beurteilt und hatten keine weiteren Einschränkungen, 43.000
Registrierte blieben Belastete mit Rechtseinschränkungen und weiteren
Sühnemaßnahmen. Erst 1957 wurde eine generelle NS-Amnestie beschlossen.

Nach innen
und nach außen war die Entnazifizierung notwendig. Österreich zeigte mit
Härte – Massenentlassungen, Vermögensentzug, Verhaftungen und Internierungen
– dass die Nazis unsägliches Leid und diesen Ruin gebracht hatten und die
entscheidende Phase des gesellschaftlichen Neuaufbaus sollten Demokraten
leiten und nicht Nationalsozialisten. Die Entnazifizierung war nicht auf
endgültigen Ausschluss angelegt, sondern auch auf Reintegration nach
erbrachter Sühneleistung. Bei den Verhandlungen mit den USA um Aufbauhilfen
und später mit den Alliierten um den Staatsvertrag war die dokumentierte
Feststellung Österreichs, dass die Entnazifizierung erfolgreich durchgeführt
worden war, sehr wichtig. Die österreichische Entnazifizierung war eine
legistische und bürokratische. Aber Entnazifizierung als politische
Umorientierung und Bildung sollte Aufgabe wacher Demokraten sein und
bleiben.

Entnazifizierung in Gallneukirchen:

Die leitenden Funktionäre der örtlichen
NSDAP wurden 2 Jahr lang im Lager Glasenbach interniert, denn Gallneukirchen
war bis Ende Juli 1945 US-Besatzungszone.

Von der US-Besatzung wurde am 5. Mai
1945 Johann Tikal als Bürgermeister eingesetzt und dieser ernannte einen
provisorischen Gemeindeausschuss, in dem mit Leopold Soyka und Josef
Pötscher
[23]
erstmals seit 1933 wieder Sozialisten waren.

Der Marktplatz hieß wieder so; im Jahr
1933 hieß er Dollfuß-Platz und dann Adolf Hitler Platz. Eine dort stehende
„Hitlereiche“ wurde beseitigt und durch eine Linde ersetzt.
[24]

Ehemalige Mitglieder der örtlichen
NSDAP mussten als Sühnemaßnahme über behördliche Weisung und über
Rekrutierung durch den Gemeindeausschuss bei Straßensanierungen arbeiten.
[25]

Lehrer, die NSDAP- Mitglieder waren,
konnten bis 1947 nur über Zustimmung der Gemeinde wieder in den Schuldienst
eintreten. In den Beschlussprotokollen ist festgehalten, dass nach
ausführlicher Diskussion einstimmige Beschlüsse gefasst wurden.
[26]

Bei den Wahlen im Jahr 1949 waren im
Vergleich zu 1945 nun 293 Personen mehr wahlberechtigt. Aus der
Gefangenschaft sind 112 ehemalige Soldaten heimgekehrt. Und weiters hatten
die reintegrierten Nationalsozialisten das aktive und passive Wahlrecht
wieder erhalten. Die Mehrheitsverhältnisse im Gemeinderat änderten sich nur
geringfügig, die SPÖ erhielt 3% mehr Stimmen. Im Gemeinderat waren nun
sowohl in der ÖVP als auch in der SPÖ Personen, welche 1945 kein Wahlrecht
hatten. Ein Beispiel der erfolgten Reintegration. Die Zahl der nun
Wahlberechtigten erlaubt den Rückschluss, dass in Gallneukirchen ca. 10 %
der Wähler Nationalsozialisten waren
[27].
Im Jahr 1949 kandidierte zum Landtag und Nationalrat der VdU, Verband der
Unabhängigen – eine Partei, die sich als Partei der „Ehemaligen“
präsentierte und in Gallneukirchen 14% der Stimmen erhielt.

Die
Sowjets im Mühlviertel 1945-1955

Die alliierten Streitkräfte blieben als
Besatzungsmacht in Österreich mit dem gemeinsamen Ziel, die Entnazifizierung
sicherzustellen und den Neuaufbau eines demokratischen Österreichs zu
kontrollieren.

Erkundet man das kollektive Gedächtnis,
fragt man ältere Menschen nach Erinnerungen an die „Russenzeit“ erhält man
Berichte über schreckliche Übergriffe und über die Angst vor Gewalttaten,
von Ausweispflichten und Kontrollen, von verordneter Kultur, von
sowjetischer Kommandantur und der Zivilverwaltung Mühlviertel unter dem
Staatsbeauftragten Johann Blöchl.

Die tragische Geschichte der
„Russenzeit“ soll in einem Zusammenhang betrachtet werden:

Der Russlandfeldzug des Dritten Reiches
muss als „größter Eroberungs-, Versklavungs- und Vernichtungskrieg“ der
Geschichte (Ernst Nolte) bezeichnet werden. Ca. 27 Millionen Menschen der
Sowjetunion, darunter ein Großteil Zivilisten und Kriegsgefangene, fielen
den Ausrottungsplänen des Dritten Reiches zum Opfer.
[28]
Die Sowjetunion hatte die größten Opfer an Menschenleben aller Alliierten zu
verzeichnen. Das Land wurde verwüstet und die Industrie und die
Infrastruktur zerstört, stärker noch als Deutschland. In den
Nachkriegsjahren erlebten die Menschen in der Sowjetunion Hungerjahre. Zu
Kriegsende kamen rund 400.000 Rotarmisten nach Österreich, 26.000
sowjetische Soldaten hatten in Österreich ihr Leben verloren.
[29]

Die großen Zahlen über erlittene Leiden
russischer Menschen soll dieses Schicksal anschaulich machen: Dem Leiter der
Kommandantur in Freistadt (1945- 47) Major Sacharjan, einem Kaukasier,
wurden von der SS seine Frau, seine zwei Kinder und seine Schwiegereltern
ermordet.
[30]

Im August 1945 wurde das Mühlviertel
von den Alliierten den Sowjets als Besatzungszone zugesprochen und von
Oberösterreichs Verwaltung getrennt. Die Sowjets wollten damit die
West-Alliierten von der tschechischen Grenze fernhalten und die Donau ab
Passau kontrollieren können. Der militärische Auftrag der sowjetischen
Besatzungsmacht war einmal derselbe wie in den Besatzungszonen der
Alliierten: generelle Entwaffnung, Schutz der eingesetzten Verwaltung,
insbesondere der Entnazifizierung, Festnahme von NS-Funktionären und
SS-Angehörigen und Kriegsverbrechern. Die sowjetischen Truppen hatten
darüber hinaus Personen festzunehmen, denen menschen- und
kriegsrechtswidrige Vergehen gegen Sowjetbürger, gegen Zivilisten in den
bekriegten Ländern, gegen Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter vorgehalten
wurden sowie Deserteure der Sowjetarmee (z.B. Wlasov-Truppen und ukrainische
SS) und in den späteren Besetzungsjahren auch Personen, die der Spionage
verdächtigt wurden. Die Ausweispflichten und die Kontrollen wurden damit
begründet.

Sowjetische Kommandanturen waren in
allen Bezirken des Mühlviertels bis 1955, im August und September 1945 auch
in den größeren Gemeinden, auch in Gallneukirchen. Die genaue Truppenstärke
der Sowjets im Mühlviertel ist nicht bekannt. Vom August bis November 1945
waren allein im Bezirk Freistadt bis zu 89.000 Sowjets, der Bezirk hat ca.
50.000 Einwohner. Die Besatzung wurde ab Mai 1946 dann auf ca. 17.000 Mann
und später auf ca. 10.000 Mann reduziert.

Raub, Plünderungen und
Vergewaltigungen, Verletzungen und Morde durch sowjetische Soldaten vor
allem in den entlegenen Dörfern sind bleibende Schreckenserinnerungen an das
Kriegsende. Unter dem Vorwand nach SS-Leuten, Partisanen, Waffen oder
Nationalsozialisten zu suchen, drangen „die Russen“ in die Häuser ein,
durchsuchten und nahmen mit, was begehrt war. Die Soldaten konnten damals
Pakete nachhause schicken. Der Zivilverwaltung Mühlviertel wurden zwischen
August 1945 bis Jahresende 1946 gemeldet: 6.397 Plünderungen und
Ausschreitungen, 869 Vergewaltigungen, 193 Verletzungen, 45 Verschleppungen,
25 Todesopfer.
[31]

In den Gendarmerieprotokollen über den
Markt Gallneukirchen sind keine Verbrechen verzeichnet, aber aus den
umliegenden Gemeinden.

Die Zivilverwaltung Mühlviertel
verlangte von der Kommandantur Maßnahmen gegen diese Verbrechen. Berichtet
wird, dass die Kommandanten diese Verbrechen nicht wegleugneten, sondern
menschlich betroffen die Verfolgung der Straftäter zusagten. Nicht die
sowjetischen Soldaten schlechthin seien außerhalb des Rechts, unter den ca.
90.000 Soldaten im Mühlviertel gäbe es nach diesem Krieg möglicherweise 1%
üble Elemente
[32].
Dokumente über Militärgerichtsverfahren sind heute veröffentlicht.
[33]
Dass die Kommandanturen Vergehen ahndeten, ist auch im Gallneukirchner
Heimatbuch festgehalten. Berichtet wird, dass sowjetische Soldaten wegen
Disziplinwidrigkeiten als Strafe so sehr verprügelt wurden, dass
Schmerzensschrei auf der Straße gehört wurden
[34].
Nach dem Abzug vieler Soldaten – die Militärstärke wurde von ca. 90.000 Mann
im Jahr 1945 auf ca. 10.000 Mann im Jahr 1955 reduziert – und einer besseren
Versorgung wurden viel seltener Verbrechen gemeldet. Angst musste aber die
Bevölkerung vor schwer betrunkenen Soldaten weiterhin haben.

„Verschleppungen durch die Russen“[35],
also Menschenraub, bleibt im kollektiven Gedächtnis. Nach
Gendarmerieprotokollen wurden allein aus Oberösterreich 163 Personen
verschleppt, aus Österreich 2200. Seit 1990 gestattet die russische
Regierung die Recherche in den Armeeprotokollen, 142 Verschleppungen aus
Oberösterreich konnten bisher aufgeklärt werden. Diese Personen wurden von
geheimen Militärtribunalen zu langjährigen Strafen in Arbeitslagern (GULAG)
verurteilt, auch Todesurteile wurden ausgesprochen. Verurteilungsgründe
waren Kriegsverbrechen, Waffenbesitz, Verbrechen an Bürgern der UdSSR, an
Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern, Vergehen gegen Rotarmisten und
Spionage. Weil die Archive der ehemaligen UdSSR nun zugänglich sind, konnten
die Schicksale von vielen vermissten Österreichern geklärt werden.

Schulen waren der Beatzungsmacht sehr
wichtig, schon in ihren ersten Befehlen forderten sie die sofortige
Wiedereröffnung der Schulen, auch jener, in denen Soldaten und Flüchtlinge
einquartiert waren. Sie kontrollierten die Räumung und den Schulbeginn. Die
Zivilverwaltung verhandelte intensiv mit der Kommandantur um die
Wiedereinstellung von NS- belasteten Lehrern, ein Unterricht wäre sonst
nicht möglich gewesen. Russisch-Unterricht in den Hauptschulen wurde
verlangt. Bereits 1952 gab es in 21 Hauptschulen und in 81 Klassen
Russisch-Unterricht, auch in Gallneukirchen.

Das kulturelle Leben sollte so rasch
wie möglich in Gang kommen. Vom Kommandanten Gallneukirchens berichtet das
Heimatbuch: „Er förderte sportliche und kulturelle Veranstaltungen und
veranlasste, dass zum Wochenende im Gasthaus Riepl zum Tanz aufgespielt
wurde, wobei Herr Dir. Novotny als Kapell- und Tanzmeister zu fungieren
hatte.“
[36]

Die Kinos wurden angehalten die
bereitgestellten russischen Filme vorzuführen.

Zwei arbeitsfreie Staatsfeiertage
wurden angeordnet. Der 8. Mai, Tag der Befreiung Österreichs und der 7.
November, Tag der russischen Oktoberrevolution. Zu diesen Tagen gab es
Schulfeiern und Filme, am 8. Mai dankte der Bürgermeister in Ansprachen der
sowjetischen Armee. Diese Feiertage nicht zu übersehen wurde den
Bürgermeistern von der Zivilverwaltung nahe gelegt. Die offiziellen Feiern
und die anschließenden „inoffiziellen“ Feiern waren für das Gesprächsklima
sehr wichtig.

Von einer sprichwörtlichen
„Kinderliebe“ der sowjetischen Soldaten berichten viele Zeitzeugen. Sie
interessierten sich für Schulhefte und Bücher, waren freundlich, nett,
gerührt und freigiebig, besonders wenn ihnen Lieder vorgesungen wurden.
Kinder wurden in der Weihnachtszeit von der sowjetischen Armee beschenkt. In
einer Erinnerung wird angemerkt, dass „die Russen“ im Umgang mit Kindern für
einen kurzen Augenblick das Soldatenleben vergessen konnten.
[37]

Die neue Situation im böhmischen
Nachbarland – Bevölkerungsaustausch in der Grenzregion, Staatswirtschaft
nach sowjetischem System und Eiserner Vorhang ab 1948 – und die ungewiss
lange Besatzungsmacht Sowjetunion war für den Wirtschaftsaufschwung im
Mühlviertel ein großer Nachteil.

Zur Verabschiedung der Sowjets im
August 1955 nach dem Staatsvertrag dankten der inoffizielle Landeshauptmann
des Mühlviertels Johann Blöchl und die Behördenvertreter den sowjetischen
Kommandanten für Zusammenarbeit, für gegenseitige Hochachtung in den vielen
intensiven Verhandlungen. Die Kommandanten betonten, sie hätten bewiesen,
dass eine friedliche Koexistenz möglich sei und verabschiedeten sich mit
Wünschen für eine gute Zukunft. Von Freistadt wird berichtet, dass der
Abschied nicht wenige Soldaten wehmütig stimmte.

Österreichs Weg zum
Wohlfahrtsstaat

Am Ende der 1. Republik im Jahr 1937 war das
Volkseinkommen
[38],
das Bruttoinlandsprodukt (BIP) so niedrig wie 25 Jahre zuvor, also im Jahr
1914. In der 1. Republik, in den Jahren nach 1930 hatten die Menschen
weniger materiellen Wohlstand und soziale Sicherheit als in den letzten
Jahren der Monarchie. Im Jahr des totalen Kriegsruins 1945/46 war das
Volkseinkommen um 42 % niedriger als 1937. So ein niedriges Volkseinkommen
bedeutet Armut für viele und Hungerzeit. Auf Bezugskarten konnten 1945 die
Menschen pro Person Lebensmittel nur über 800 Kalorien kaufen. 800 Kalorien
sind eine karge Mahlzeit, ein nicht schwer arbeitender Mensch sollte täglich
2 200 Kalorien haben.

In den ersten 5 Jahren nach 1945 hat Österreich eine
enorme Entwicklung geschafft. Ab 1952 waren keine Lebensmittelkarten mehr
notwendig, es gab wieder genug Lebensmittel. Das BIP hatte 1950 die Höhe von
1937 überschritten und 1955 war es um 50 % höher. Zwischen 1948 und 1952
wuchs die Wirtschaft jährlich um durchschnittlich 20 %, bis 1956 wurde ein
jährliches durchschnittliches Wachstum von 10 % und bis 1973 von 5,6 %
erarbeitet.

Für diese Entwicklung hat die österreichische Politik
in den Startjahren bis 1947 richtungweisende Entscheidungen getroffen. Mit
Verstaatlichungsgesetzen wurden 1946 die Grundstoffindustrie und die
Großbanken und 1947 die Elektrizitätswirtschaft nationales Eigentum. Diese
Industrien und Banken hatte das NS-Regime für die Kriegswirtschaft enteignet
und auch Betriebe gegründet. Die West-Alliierten übergaben dieses frühere
deutsche Eigentum der österreichischen Regierung, die Sowjets aber behielten
die Betriebe aus früherem deutschem Eigentum und führten die Betriebe als
USIA- Betriebe nach sowjetisch staatswirtschaftlichen Doktrinen weiter.

Die österreichische Bundesregierung hatte mit den
Landesregierungen und den Interessensvertretungen der Industrie, des
Gewerbes, der Landwirtschaft und der Arbeiter entschieden, keinen Betrieb
und keine Anlagen international zu verkaufen um mit dem Erlös Not zu lindern
und Infrastruktur aufzubauen, sondern eine verstaatlichte
Grundstoffindustrie und Kreditwirtschaft aufzubauen. Dieser bravourös
optimistische Konsens wurde akzeptiert, weil der Privatwirtschaft zugesagt
wurde ihr Grundstoffe und Elektrizität zu gemeinwirtschaftlichen Preisen und
nicht internationalen Marktpreisen abzugeben. Und zu günstigen Krediten soll
die gesamte Wirtschaft, auch die Kommunalwirtschaft (u. a. Wasser,
Wohnungen, Wege) Zugang haben.

Doch woher sollte günstiges Startkapital kommen? Die
USA boten Europa über Initiative des Außenministers und späteren
Friedens-Nobelpreis-Trägers George C. Marshall Entwicklungshilfe an. Ein
europäischer Staat konnte dem ERP-Fund (European Recovery Programm)- bekannt
als Marshall-Plan – Entwicklungsprogramme vorlegen und dafür US- Kapital
erhalten. Mit diesen US-Dollar musste das Land in den USA Waren einkaufen
und dann in nationaler Währung daheim verkaufen. Den Verkaufserlös hatte das
Land in einem nationalen ERP-Fund anzulegen und daraus Investitions-Kredite
zu gemeinwirtschaftlichen Kosten -also nicht Marktzinsen- zu geben.
Innerhalb von 3 Jahren ab 1948 kaufte Österreich Lebensmittel und
Investitionsgüter über 962 Millionen US Dollar und baute mit den
Verkaufserlösen den österreichischen ERP-Fund auf. Satzungsgemäß ist dieser
Fond nicht in das Staatsbudget integriert. Bis 1962 behielt sich die USA die
Aufsicht über diesen Fond, seit 1962 ist er unabhängig. Dieser Fond besteht
auch heute; im Jahr 2004 war sein Vermögen 28 Millionen und er hat 87
Projekte mit insgesamt 462 Mill. zu einem Zinssatz von 2,5% gefördert.

Kompromissbereitschaft im Land und hervorragende
Diplomatie machten den ERP-Fund möglich. Warum die USA dem Aufbau einer
verstaatlichten Industrie letztlich zustimmten?

Österreich überzeugte, dass so die geforderte
Unabhängigkeit von deutschem Kapital und eine entnazifizierte Wirtschaft
bestens garantiert werden könne. Von den österreichschen Fondszahlungen
wurden ca. 2/3 bis 1955 für die Grundstoffindustrie eingesetzt, für Eisen,
Stahl, Papier, Aluminium und Elektrizität. Der Aufbau von 2 Betrieben hat
besonderen Symbolwert für den österreichischen Aufbau. Das Tauernkraftwerk
Kaprun
[39]
wurde von 1948 bis 1955 in erster Stufe fertig gebaut, zu 2/3 mit ERP
finanziert. Kaprun war das größte ERP-Projekt des gesamten US-Fonds. Für die
österreichische Stahlindustrie
[40]
wurde ein „Austrian- Long-Term Programm“ für die Jahre bis 1952
durchgebracht, das den Ausbau der Grob-, Mittel- und Feinblechfabrikation
möglich machte. Die VÖEST erhielt bis 1953 aus dem ERP-Fond 549 Millionen S,
ab 1954 konnte sie den weiteren Ausbau aus eigener Kraft finanzieren.

In Gallneukirchen wurden 2 Agrar-Projekte aus dem
ERP-Fond finanziert. Vom Punzenberg führte ein Graben über Tumbach nach
Simling zur Gusen. Er wurde durch die gesamte Länge verrohrt und die
umliegenden „nassen“ Wiesen wurden drainagiert. So wurde viel Ackerland
gewonnen. Die Straße von Gallneukirchen/Oberndorf zum Gallusberg wurde
gebaut.

Ein wesentlicher Baustein des neuen Österreich ist der
Aufbau der Sozialversicherung auf dem Grundsatz der Solidarität der Jungen
mit den Alten, der Gesunden mit den Kranken, der Arbeitenden mit den
Arbeitsunfähigen und Arbeitslosen. Wer erwerbstätig ist, ist auch
automatisch kranken- pensions- und unfall -versichert und Unselbständige
sind arbeitslosenversichert. Diese Sozialrechte wurden 1955 mit dem ASVG
abgesichert. Die Sozialversicherung wurde zu 2/3 aus dem Ertrag der Arbeit
und zu 1/3 vom Staat finanziert. Die Pension für Arbeiter wurde erstmals in
diesen Jahren eine tatsächliche Existenzsicherung. Die Sicherheit der
Sozialversicherung erlaubte es den besitzlosen Arbeitenden für sich zu
investieren, Kredite für das Wohnen aufzunehmen.

Staatliche Wohnbauförderung wurde bis 1954 nur für den
Wiederaufbau nach Kriegsschäden bereitgestellt. Erst ab 1954 wurde der
Neubau von Wohnungen als Gemeinnütziger Wohnbau

staatlich gefördert. Heute nur mehr schwer vorstellbar
ist, dass 1951 noch 2/3 aller Wohnungen weder Wasser noch WC innerhalb in
der Wohnung hatten.

Sozialpartnerschaft ist das Kennzeichen der Konsens-
oder Konkordanz-Demokratie Österreichs der Nachkriegsjahre geworden. Die
erste Republik war im Unterschied zur zweiten Republik immer stärker eine
zentrifugale Demokratie worden. Die Parteien und Interessensvertretungen
entfernten sich stark von einander. Demokratische Interessensvertretung der
Arbeiter im Betrieb und Staat wurde nicht akzeptiert. Die tragische Folge
war ein Bürgerkrieg, der mahnend in Erinnerung bleiben muss. Anders die
zweite Republik. Gemeinsam war die Abgrenzung vom Nationalsozialismus und
von sowjetisch-volkskommunistischen Vorstellungen. Demokratischer Ausgleich
von Interessen – es soll geschaffen werden und es soll gerecht geteilt
werden und das Geschaffene soll wertvoll bleiben – wurde den
Interessensgruppen von Arbeit und Kapital akzeptiert. Bereits 1947, nach der
Währungsreform und der Aussicht auf Beteiligung am Marshall-Plan wurde das
1. Lohn-Preis-Abkommen von Unternehmervertretern und Gewerkschaften
unterzeichnet, dem weitere folgten. Nicht eine liberale und Macht
ausspielende Marktwirtschaft sondern eine soziale und abstimmende
Marktwirtschaft, leitete

Der
Wiederaufbau demokratischer Kultur in Gallneukirchen

Der Wiederaufbau einer demokratischen
Gesellschaft in Gallneukirchen erfolgte aus dem Chaos des Kriegsendes. Vom
US- Ortskommandanten wurde Herr Johann Tikal als Bürgermeister eingesetzt.
Der damals 73-jährige Tikal war pensionierter Gendarmeriebeamter und
Bürgermeister von 1931 bis 1938. Bürgermeister Tikal hat in persönlichen
Aufzeichnungen
[41]
das Chaos so beschrieben: Befreite Zwangsarbeiter, Flüchtlinge und Menschen
in KZ-Kleidern und heimwärts strömende italienische Soldaten wollten
Verpflegung, Unterkunft und organisierte Heimtransporte. Gegen Bedrohungen
und Gewalt konnte der Bevölkerung nur schwer geholfen werden. Ein Teil der
Gendarmen waren wegen ihrer NS-Nähe entlassen und die wenigen aktiven
Gendarmen konnten entwaffnet keinen Schutz geben. Johann Tikal schreibt
auch: „Es gelang dank der Zusammenarbeit aller, in kurzer Zeit wieder
Ordnung zu schaffen.“ Mit „kurzer Zeit“ meinte Tikal an anderer Stelle ca. 6
Wochen.

Unvergessen soll in Gallneukirchen
bleiben, dass hier auf der Aigner Halde ca. 40.000 Wehrmachtssoldaten von
der US- Army in einem offenen Lager gefangen gehalten wurden.

In diesem Lager waren schlechteste
Lebensbedingungen. An den schlechten Lagerbedingungen, aus Mutlosigkeit und
Erschöpfung und bei der Flucht sind ca. 40 Soldaten – eine konkrete Zahl ist
aus den niedergeschriebenen Erinnerungen nicht eruierbar – um Ihr Leben
gekommen. Anfangs wurden die Soldaten in die US-Kriegsgefangenschaft nach
Rohrbach transportiert und zuletzt ca. 15.000 nach Pregarten in die
Sowjetische Kriegsgefangenschaft geführt.

Die Arbeit des Gemeinderates

Am 29. Mai 1945 gelobte Bürgermeister
Tikal die provisorischen Gemeindevertreter Josef Neubauer, Franz Stögmüller,
Philipp Burner, Karl Doppler, Leopold Soyka und Josef Pötscher auf die
österreichische Verfassung des Jahres 1920 an.

Was organisierte der Gemeinderat im
Jahr 1945?

Die Gemeindestraßen und Wege mussten
wieder benutzbar werden, herumstehende Kriegsgeräten beseitigt werden und
die Straßen für Fuhrwerksverkehr geglättet werden. Brennmaterial für die
öffentlichen Gebäude, auch für Schulen, für die Bäcker und für die Haushalte
musste organisiert werden. Die organisierte Bevölkerung konnte mit Hilfe der
Nachbargemeinden 600 Raummeter Holz herbeischaffen, die Hälfte wurde an
Haushalte abgegeben.

Im November 1945 waren Wahlen. Der
gewählte Gemeinderat setzte sich aus 12 Mandataren der ÖVP, 5 der SPÖ und 1
der KPÖ zusammen. Am 16. November 1946 übernimmt der Hauptschuldirektor
Rudolf Köttsdorfer das Bürgermeisteramt, Johann Tikal arbeitet bis 1955 im Gemeinderat mit.

Mit dem Kriegsende hatte Österreich
großen Nahrungsmangel, besonders in den Städten. Lebensmittel wurden nur
gegen Bezugskarten abgegeben, Bauern hatten Abgabeverpflichtungen. Zur
Sicherstellung und Kontrolle der Abgabe der Agrarprodukte musste die
Gemeinde einen Ortsleistungsausschuss einrichten. Der Ausschuss hatte
strikte Pflichten, er musste 2 x monatlich zusammenkommen, musste seine
Sitzungstermine für ein ½ Jahr im Voraus melden, musste von Vertretern aller
Parteien beschickt sein und musste auch dem Gemeinderat berichten. So
berichtet im November 1947 der Bürgermeister, dass mit Mühe die geforderte
Menge Brotgetreide abgeliefert wurde, aber 10.000 kg Kartoffel noch fehlen
und appelliert an den Ausschuss. Innerhalb eines Monats konnten dann die
Kartoffel aufgebracht werden. Dieser Ausschuss musste Hofbegehungen machen,
Ablieferungsbescheide zustellen, vermitteln und kontrollieren. Diese
Gemeinderäte haben in vielen Auseinandersetzungen mit der Bevölkerung für
eine nationale Solidarität Großartiges zuwege gebracht. Debatten zur
Aufbringung der Lebensmittel sind in den Protokollen vermerkt.

Sammlungen zur Linderung der Not, für
eine Heimathilfe, für eine Heimkehrerhilfe und das Rote Kreuz wurden im
Gemeinderat beschlossen und von den Gemeinderäten persönlich bis 1952
durchgeführt.

Die Wohnungsnot war untragbar groß.
Über ein Wohnungsanforderungsgesetz war der Bürgermeister verpflichtet
Wohnungen zuzuteilen, nicht nur an Besatzungssoldaten, sondern auch an
Zivilpersonen. Alle Vermietungen mussten über die Gemeinde erfolgen, die
Gemeinde konnte Vermietungen anordnen. Ein Wohnungsausschuss, in dem alle
Parteien vertreten sein mussten, hatte den Bürgermeister zu beraten und
kontrollieren. Der Wohnungsausschuss erarbeitete Vergaberichtlinien für
Mietwohnungen, Kontrollen über möglicherweise freien, nicht gemeldeten
Wohnraum. Ein Flächenwidmungs- und Teilbebauungsplan wurde im Oktober 1948
beschlossen. Wegen der Wohnungsnot vergab die Gemeinde aus dem
Gemeindegliedervermögen parzellierte Baugründe und erwarb von der
katholischen Pfarre im Tauschweg Baugrund. Die Parzellen wurden auf Pacht
abgegeben gegen die Verpflichtung bis zu einem vereinbarten Limit auch zu
bauen. Fallweise wurde die Pacht aufgelöst und anderen Bauwerbern gegeben.
Erst wenn der Rohbau vollendet war, konnte die Liegenschaft erworben werden
und damit ein Darlehen gesucht werden, was sehr schwierig war. Dass
Gallneukirchen keine kommunale Sparkasse hatte, war für die Siedler ein
starker Nachteil. Der Grundpreis für Siedler war im Jahr 1948 Schilling 1,20
pro m², 1950 S 3,50 und 1953 S 7,-. Die SPÖ-Fraktion brachte wiederholt vor,
dass Grundstückspolitik allein nicht die Wohnungsnot geringer mache und
forderte den Bau von kommunalen Mietwohnungen. Die Anträge des Gemeinderates
auf Förderung eines Gemeindebaus hatten keinen Erfolg, denn der Staat
förderte bis 1954 nur den Wiederaufbau von im Krieg zerstörten Wohnungen.
1954 wurde die Gemeinde Mitlied der LAWOG, 1955 war Spatenstich für den 1.
LAWOG-Bau in der Raiffeisenstraße.

Gemeinderatsbeschlüsse wurden meistens
einstimmig getroffen, aber in Bauland- und Wohnungsahngelegenheiten wurden
Anträge auch abgelehnt oder nur mit relativer Mehrheit beschlossen.

Was vordringlich ist, war im
Gemeinderat nie umstritten. Schuldenlast: Die Gemeinde hatte Schulden von S
210.000,- bei Banken bei einem Budget von nur S 79.000,- im Jahr 1947. In
der NS-Zeit wurden diese Kredite nicht bedient. Eine Entschuldung durch die
Landesregierung wurde erst 1948 gegeben. Erst dann konnte mit einer besseren
Wasserversorgung begonnen werden. Die Wasserqualität war so schlecht, dass
es nicht als Trinkwasser verwendet werden konnte. Für einen neuen Brunnen
wurden 1947 – auch über Empfehlung der Sanitätsbehörde – die Beschlüsse
gefasst und die Gebühren um 50 % erhöht. Alle Kosten, von der Projektierung
über die Probebohrungen und die Errichtung sollte die Gemeinde aus Gebühren
tragen, die deshalb mehrmals erhöht wurden und auch aus Erlösen von
Grundstücksverkäufen und Bankdarlehen zu Freimarkt-Zinsen. Nach Abschluss
des Brunnenbaus hatte die Gemeinde Zahlungsverpflichtungen in der Höhe von
ca. 2/3 des gesamten Gemeindehaushaltes von 1951. Erst angesichts dieser
Last gab das Land Mittel zur Entschuldung.

Der Marktplatz musste verkehrsgerecht
gestaltet werden, auch weil der Post-Busbetrieb es forderte. Die
Neugestaltung des Marktplatzes wurde 1949 begonnen und 1953 abgeschlossen.

Dass neue Schulgebäude notwendig waren
stand nicht im Zweifel, es wurde aber keine Finanzierungsmöglichkeit
gesehen.

Die Ausgaben der Gemeinde wurden von
1945 bis 1955 zu ca. 2/3 aus Gemeindeabgaben und Gemeinde-Steuern gedeckt,
erst in den Jahren nach 1970 konnten die Gemeindeausgaben aus
Bundesertragsanteilen zu ca. 60% getragen werden. In der sowjetischen
Besatzungszone, also auch im Mühlviertel waren im Unterschied zur
„West-Zone“ kaum größere Wirtschaftsinvestitionen privater Unternehmer.
Geringere Gemeindeeinnahmen und Auspendeln zur Arbeit sind ein historisches
Schicksal der Mühlviertler. Heute kaum verständlich, den vielen
Gallneukirchner Schichtarbeitern in der Linzer Industrie wurden erst ab 1960
Autobusse angeboten. Lange Zeit mussten viele mit Fahrrädern oder später mit
Motorrädern zur Arbeit fahren.

Lebensfreude – die Bürger
organisieren sich

Schon in der 1. Arbeitssitzung des
Gemeinderates 1945 wurde eine Vergnügungssteuer auf Tanz-Veranstaltungen
beschlossen. Die erste Tanzveranstaltung musste auf Anordnung des
sowjetischen Ortskommandanten veranstaltetet werden. Schon im Fasching 1946
hatte es mehrere Bälle gegeben. Das geht aus Ansuchen um Minderung der
Lustbarkeitssteuer hervor. Der Musikverein begann schon 1945 wieder mit dem
Musizieren, wenngleich die offizielle Wiedergründung des Vereins erst 1946
erfolgte. Im Fasching 1947 erheiterte er mit einem Faschingszug.

Ein Bildungs- und Heimatverein ersuchte
die Gemeinde im März 1946 den Turnplatz nebst der Hauptschule als
Fußballspielfeld auszubauen zu dürfen. Die Gemeinde gibt dazu Förderungen.
Seither wird in Gallneukirchen Fußball gespielt. Dressen wurden selbst
hergestellt. Zu Auswärts-Spielen wurde mit Fahrrädern und später mit LKWs
gefahren. 1947 wurde der Sportverein gegründet.

Der Verschönerungsverein, schon 1897
gegründet, 1951 wieder gegründet, bemühte sich um die Badeanstalt an der
Gusen neben dem Haus Mühle, vormals Pitzelmühle. 1952 hat die Gemeinde das
Grundstück für das heutige Freibad gekauft, das 1960 eröffnet wurde.
Prämierungen für Blumenschmuck der Häuser gibt es seit 1953.

Die Pfarren konnten wieder
Jugendorganisationen bilden. Die SPÖ führte eine Jung-Sozialisten Gruppe ab
1947 mit vielen Aktivitäten. Die Kinderfreunde konnten 1951 beim ehemaligen
Ziegelstadel eine Hütte für ihre Aktivitäten aufstellen.

Die Chorgemeinschaft und das
Streichorchester sind ab 1948 wieder aktiv. Die Operettenaufführungen (1951
„Die goldene Meisterin“, 1954 „Der fidele Bauer“ und 1955 „Gräfin Marizza“)
haben Publikum aus naher und weiter Entfernung angezogen.

Zuversicht, Optimismus hatten in dieser
Zeit viele Menschen, eine Grundstimmung „es geht aufwärts, wir können uns
ein besseres Leben erarbeiten“.

Ein Indikator des gesellschaftlichen
Optimismus ist die Geburtenrate, 1955 war sie doppelt so hoch wie 1934. Die
Anzahl der Geburten pro Jahr bezogen auf 1000 Einwohner
in Gallneukirchen:

1934

16

1951

27

1939

30,3

1955

38

1943

35,5

1956

42

1945

19

1960

43

Am 5. und 6. November 1955 organisierte
die Gemeinde eine große Befreiungsfeier.

Das Fest wurde am Samstag eingeleitet
mit einem Fackelzug und einem Toten-Gedenken beim Kriegerdenkmal.
Anschließend gab es großes Feuerwerk. Am Sonntag wurde gefeiert mit einem
Gottesdienst und einer Jungbürgerfeier. Am Nachmittag wurde in allen
Gasthäusern zum Tanz aufgespielt.

Im Jahr 2005 wird erinnert
„60 Jahre lang kein Krieg in Österreich!“ das ist in der
jahrhunderte langen Geschichte Österreichs einzigartig! Österreich ist nun
ein Wohlfahrtsstaat und mit allen Nachbarstaaten Mitglied in der
Europäischen Union. Die Menschen in einer weiten europäischen Region können
den Weg einer demokratischen Entwicklung für Frieden und Wohlfahrt gemeinsam
gehen. Dass der Unfrieden und die Not in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts
keine Wiederholung findet ist unser aller Aufgabe. Aktuell ist: Eine bessere
europäische Sozialordnung soll Frieden und Wohlfahrt in Europa
sicherstellen.


Rupert Huber




[1]

Gallneukirchen. Ein Heimatbuch für die Gemeinden
Gallneukirchen, Engerwitzdorf und Unterweitersdorf. Gallneukirchen 1982.
Darin: G. Fitzinger, Aufbruch in ein neues Jahrhundert. S 211 ff.



[2]

G. Fitzinger a.a.O. S 238



[3]

G. Fitzinger a.a.O. S 239



[4]

Information von Erich Zoglauer



[5]

Gallneukirchen. Ein Heimatbuch für die Gemeinden
Gallneukirchen, Engerwitzdorf und Unterweitersdorf. Gallneukirchen 1982.
Darin: G. Fitzinger, Aufbruch in ein neues Jahrhundert. S 239



[6]

Götz Aly, Hitlers Volksstaat. Raub, Rassenkrieg und nationaler
Sozialismus. Frankfurt 2005                                           
                                                 



[7]

1938, vor dem Anschluss war Deutschland vor dem Staatsbankrott. Der Raub
der gesamten Devisen- und Goldbestände der österr. Nationalbank im Wert
von 2,7 Milliarden Goldschillingen und des arisierten Vermögens
ermöglichte das Fortführen der Aufrüstung und NS-Demagogie.



[8]

Die Geschichte des Dritten Reiches erzählt von Torsten Körner. Camus
Verlag Frankfurt^/New York 2000, S 57 ff



[9]

Brigitte Kepplinger. Aspekte nationalsozialistischer Herrschaft in OÖ.
In: NS-Herrschaft in Ö. Wien 1988


6
Harry Slpnicka.
Oberösterreich -als es „Oberdonau „hieß (1938 -1945).Linz 1978



[10]

Brigitte Kepplinger. Aspekte nationalsozialistischer Herrschaft in OÖ.
In: NS-Herrschaft in Ö. Wien 1988



[11]

Damals gab es eine Fahrradsteuer, die den Armen auch diese Mobilität
nahm. Diese Steuer wurde sofort abgeschafft.



[12]

W. Neugebauer. Das NS-Terrorsystem. In NS-Herrschaft in Österreich
1938-1945. Wien 1988



[13]

Widerstand und Verfolgung in OÖ 1934-1945. Band 2. Wien 1982. S 69



[14]

Widerstand und Verfolgung, Bd.2. S 515



[15]

Widerstand und Verfolgung, Bd.2. S 440f



[16]

Widerstand und Verfolgung, Bd.1 S 449f, S 468



[17]

Widerstand und Verfolgung, a. a. O. S 341, 357, 364



[18]

G. Fitzinger. Das Schicksalsjahr 1945 a.a.0. S 250 f



[19]

G. Fitzinger. Das Schicksalsjahr 1945 a.a.0. S 251



[20]

G. Fitzinger. Das Schicksalsjahr 1945. a.a.O. 250f



[21]

vgl.: Dieter Stiefel. Entnazifizierung in Österreich.
Wien 1981



[22]

Stiefel, Entnazifizierung a. a. O. S 23



[23]

Gemeinderatsprotokoll Gallneukirchen vom 29.4.1945



[24]

Gemeinderatsprotokoll Gallneukirchen vom 9.3.1946



[25]

Gemeinderatsprotokoll Gallneukirchen vom 6.6.1946



[26]

Gemeinderatsprotokolle Gallneukirchen vom
14.12.1946,1.3.1947,30.8.1947



[27]

Die Personenstands-Unterlagen über den Bezirk Urfahr gelten als
verschollen. Über alle oö. Gemeinden gibt es im Landesarchiv diese
Dokumente, aber nicht über die Gemeinden des Bezirkes Urfahr und
Linz-Land.



[28]

Wigbert Benz: Der Russlandfeldzug des Dritten Reiches.
Ursachen, Ziele, Wirkungen. Zur Bewältigung eines Völkermordes unter
Berücksichtung des Geschichtsunterrichtes. Frankfurt 1988



[29]

Stefan Karner – Barbara Stelzl-Marx (Hg.) Die Rote Armee
in Österreich. Sowjetische Besatzung 1945-1955.Graz-Wien-München 2005, S
9



[30]

Edmund Merl. Besatzungszeit im Mühlviertel. Linz !980. S
83.



[31]

Gerald Hafner: Das Mühlviertel unter sowjetischer
Besatzung. In: Stefan Karner – Barbara Stelzl-Marx (Hg.) Die Rote Armee
in Österreich. Sowjetische Besatzung 1945-1955.Graz-Wien-München 2005, S
512



[32]

Merl a.a.O. S 189



[33]

In: Stefan Karner – Barbara Stelzl-Marx (Hg.) Die Rote
Armee in Österreich. Sowjetische Besatzung…Dokumente. a.a.O.



[34]

G. Fitzinger. Das Schicksalsjahr 1945. In :
Gallneukirchen. Ein Heimatbuch…. . a.a.O. S 255



[35]

Harald Knoll – Barbara Stelzl-Marx. Sowjetische
Strafjustiz in Österreich. Verhaftungen und Verurteilungen 1945-1955.
In: In: Stefan Karner – Barbara Stelzl-Marx (Hg.),a.a.O. S 275 ff



[36]

Fitzinger, Das Schicksalsjahr…a.a.O. S 255.



[37]

Gerald Hafner: Das Mühlviertel unter sowjetischer
Besatzung. Und: Aleksandr Bezborodov u.a.: Erinnerungen an Österreich.
In: Stefan Karner – Barbara Stelzl-Marx (Hg.) Die Rote Armee in
Österreich. Sowjetische Besatzung 1945-1955.Graz-Wien-München 2005.
Stefan Karner – Barbara Stelzl-Marx (Hg.) Die Rote Armee in Österreich.
Dokumente S 643.



[38]

Hans Seidl. Die Entfaltung der Produktionskräfte der österreichischen
Wirtschaft. In: Bodzenta, Seidl u.a.: Österreich im Wandel. Gesellschaft
Wirtschaft Raum. Wien 1985



[39]

Georg Rigele. Der Marshall-Plan und Österreichs Alpenwasserkräfte:
Kaprun. In: Günther Bischof/Dieter Stiefel. „80 Dollar“.50 Jahre
ERP-Fonds und Marshall-Plan in Österreich 1948-1955. Wien 1999.



[40]

Kurt Tweraser. Der Marshall-Plan und die österreichische Stahlindustrie:
VÖEST. In: Günther Bischof/Dieter Stiefel. „80 Dollar“.50 Jahre. A.a.O.



[41]

G. Fitzinger. Das Schicksalsjahr 1945. In:
Gallneukirchen, ein Heimatbuch…. .a.a.O. S 255