20.04.2007 | 100 Jahre
Wahlrecht | Zusammengestellt von Mag. Rupert Huber anlässlich dem
Stadtparteitag |
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100 Jahre Wahlrecht
1907 2007
Im 19. Jahrhundert kämpften die Sozialdemokraten
60 Jahre lang
um das Wahlrecht und damit für ein gerechteres Leben
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In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts
mussten viele Menschen in die Städte ziehen.
Als ungelernte Arbeiter mussten sie in einem 14-Stunden-Tag schuften in
entfremdeter Arbeit bei niedrigem Lohn.
Das Arbeiten der Frauen war noch schlechter. Die Lebensbedingungen der
Arbeiterschaft waren verheerend. Unter diesen Bedingungen organisierten sie
sich zu Gruppen der Arbeiterbewegung und Frauenbewegung.
Unter der Herrschaft des Hochadels und des hohen Klerus, den Nobiles
bildeten sich damals 2 Klassen Klassengesellschaft.
Die Klasse der Bourgeoisie, jene die einen Besitz haben und die
akademischen Berufe. Sie waren die Nobilierten.
Die Klasse der lohnabhängigen Arbeiterinnen und Arbeiter, die Besitzlosen,
die Proletarier.
Die junge Bourgeoisie und die Arbeiter kämpften in der Revolution 1848 noch
gemeinsam gegen den Monarchen um einen neuen Staat mit Bürgerrechten, für
das Recht auf freie Organisationen und für das Wahlrecht.
Jedoch im neuen Staat erhielt das Wahlrecht neben dem Hochadel, den Nobiles
auch die Bourgeoisie, die Nobilierten,
nicht jedoch die Bürger ohne Besitz, die Arbeiter.
Und dieses Wahlrecht war aber so, dass im Reichsrat und in den Landtagen der
Hochadel nicht überstimmt werden konnte. |
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100 Jahre Wahlrecht
1907 2007
Der Kampf für ein besseres Leben ohne Wahlrecht
1848 – 1907
Die sozialen Errungenschaften waren Gnade nicht Recht
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Der Kampf der Arbeiterinnen
und Arbeiter für ein besseres Leben war der zunächst verbotene
Zusammenschluss zu Gewerkschaften, zu Arbeiterbildungsvereinen, zu
Konsumgenossenschaften, zu politischen Vereinen, zu Frauenvereinen und zu
Pressevereinen.
Und obwohl es gefährlich war, organisierten sie Demonstrationen und Streiks.
Soziale Rechte waren Teil des Armenfürsorgerechtes (1860)
der 11-Stunden-Arbeitstag (1888) und die Sonntagsruhe war Teil des
Gewerberechtes
Kranken- und Unfallversicherung gab es erst ab 1888, aber ohne
Mitbestimmung der Betroffenen
Recht auf Elementarbildung im Reichsvolksschulgesetz 1869.
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Das
allgemeine Wahlrecht
– jeder darf wählen und jede Stimme ist gleichviel wert
war die zentrale Forderung der Sozialdemokraten.
Im Jahr 1900 demonstrierten bei einem Generalstreik 200.000 Menschen in
Wien.
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100 Jahre Wahlrecht
1907 2007
Mit uneinsichtigen Vorurteilen wurde das Wahlrecht
den Arbeiterinnen und Arbeitern verweigert.
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Antworten der noblen Herren
auf die Forderungen nach einem allgemeinen und gleichen Wahlrecht?
Wer nicht Besitzbürger ist – wer Proletarier ist – hat nicht ausreichend
Verantwortungsbewusstsein und Einsicht für die Erfordernisse des Staates.
Die Proletarier sind leicht manipulierbar, sie sind Massenmenschen. Das
bringt noch mehr Radikalisierung.
Den Proletariern mangelt es an Wissen und Bildung
Der natürliche Platz der Frauen ist das Heim, die Betreuung der Familie.
Nicht der Staat, nicht die Politik.
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100 Jahre Wahlrecht
1907 2007
Erst mit dem Wahlrecht konnte der österreichische Sozialstaat entwickelt
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1907 wurde ein allgemeines und
gleiches Männerwahlrecht beschlossen,
1918 das allgemeine und gleiche Wahlrecht für alle, für Männer und Frauen.
Mit dem Wahlrecht waren die Sozialdemokraten die relativ stärkste Fraktion
im Parlament bis 1933, sie waren aber nur von 1918 bis 1920 in der Regierung
Karl Renner als Staatskanzler.
Dennoch wurden viele Rechte im Parlament erkämpft.
Große soziale Fortschritte wurden erzielt was vorher ein kann war, wurde
Recht.
Arbeitsrecht
Kollektivverträge
Versammlungsfreiheit
Betriebsrätegesetz
Arbeiterkammergesetz
Achtstundentaggesetz
Entgeltfortzahlung
Urlaubsrecht
Sozialversicherung wurde Recht mit den Grundsätzen:
– Solidarität der Jungen zu den Alten
– der Gesunden zu den Kranken
der Arbeitenden zu den Arbeitsunfähigen oder Arbeitslosen
Recht auf Krankenbehandlung und Pflege
auf Mutterschutz und Wochengeld
Unfallheilbehandlung, Rehabilitation, Versehrtenrente
Alterspension, Hinterbliebenenpension
Arbeitslosenversicherung
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100 Jahre Wahlrecht
1907 2007
Die Diktaturen 1933 bis 1945 brachten starke Rückschläge
Kein Wahlrecht – Abbau des Arbeits- und Sozialrechtes
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Die Diktaturen, die
austrofaschistische von 1933 bis 1938
und die nationalsozialistische von 1938 bis 1945
brachten starke Rückschläge.
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Kein
Wahlrecht – Abbau des Arbeits- und Sozialrechtes.
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100 Jahre Wahlrecht
1907 2007
1945 bis 1990
Siegeszug des österreichischen Sozialstaates und der Demokratie
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Im demokratischen Österreich
mit dem weiterentwickelten Wahlrecht
mit starken Gewerkschaften und der großen SPÖ
wurde der Sozialstaat ausgebaut und gesichert.
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100 Jahre Wahlrecht
1907 2007
schwarz blaue Regierung Schüssel I + II
2000 2006
Einschneidender Umbau des österreichischen Sozialstaates
Die Wahl 2006 stoppt den Umbau
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Chronologie:
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Wahlalter 1907: ab 24 Jahren
Wahlalter 1923: ab 22 Jahren
Wahlalter 1949: ab 20 Jahren
Wahlalter 1992: ab 18 Jahren
Wahlalter 2007: ab 16 Jahren ?
100 Jahre Wahlrecht 1907 2007
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